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Straßenverkehr: Warten auf das Gesamtkonzept
Nottuln - Atempause beim Thema „Entlastungstraße Nottuln-West“. Alle drei möglichen Trassen für eine Entlastungsstraße am Baugebiet Fasanenfeld II sowie der neue Vorschlag einer Verbindung des Wohngebiets „Auf dem Esch“ mit der Daruper Straße sollen im Rahmen eines Gesamtverkehrskonzeptes für die Gemeinde gutachterlich untersucht werden. Die Verwaltung schätzt, dass erste Gutachterergebnisse frühestens im 2. Quartal 2010 vorliegen könnten.
Der Beschluss, die Entlastungsstraße Nottuln-West mit in das Gesamtverkehrskonzept aufzunehmen, fiel am Mittwoch im Ausschuss für Gemeindeentwicklung einstimmig, wenngleich die Diskussion in Teilbereichen die konträren Meinungen der Parteien deutlich machte. Auf Antrag von SPD und CDU wurde das Thema öffentlich behandelt, da unsere Zeitung bereits die wesentlichen Fakten öffentlich gemacht hatte.
Bürgermeister Schneider wie auch Gemeindeplanerin Milena Schauer informierten noch einmal über das Behördengespräch mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW, das aus Sicht der Gemeinde sehr kooperativ verlaufen ist. Schließlich ist die Straßenbaubehörde von ihrer grundsätzlichen Haltung, keinerlei Anknüpfungen an die B525 zuzulassen, abgerückt. Im Gegenteil, es gibt nun drei auch vom Landesbetrieb akzeptierte Stellen, an denen eine Entlastungsstraße auf die B525 stoßen kann. Dabei geht es um die alte Baustraßentrasse direkt am Neubaugebiet „Fasanenfeld II“, um den Wirtschaftsweg „Am Zippenberg“ sowie um einen Straßenneubau vom Fasanenfeld bis zum Abzweig der neuen Ortsumgehung Darup.
Deutlich wurde, dass die vom Landesbetrieb vorgeschlagene Anbindung des Wohngebietes „Auf dem Esch“ an die Daruper Straße nicht Ersatz für eine Fasanenfeld-Entlastungstraße sein soll, sondern eine Ergänzung. Straßenplaner halten diese Lösung für attraktiv, weil dadurch Verkehrsströme entzerrt werden.
In der Sitzung gab allein die CDU eine erste inhaltliche Stellungnahme zu der neuen Variante ab. Fraktionsvorsitzender Hartmut Rulle: „Eine Lösung Kampstraße/Auf dem Esch können wir nicht mittragen.“
Sowohl FDP als auch CDU machten deutlich, dass sie an der Notwendigkeit einer Fasanenfeld-Entlastungsstraße nicht zweifeln. Deshalb sollte dieses Projekt unabhängig vom Gesamtverkehrskonzept ohne weitere Zeitverzögerung vorangetrieben werden. Davor warnte allerdings der Bürgermeister. Schneider rechnet damit, dass gegen die Entlastungsstraße geklagt werden wird. Das Gericht könnte es als Abwägungsfehler werten, wenn die Gemeinde nicht vorher gutachterlich Zahlen zur Verkehrssituation ermittelt. Zudem habe jede Einzellösung Auswirkungen auf andere Straßen. „Wir können heute nicht sagen, wie sich die Verkehre auswirken werden“, meinte Schneider, der auch daran erinnerte, dass es sinnvoll sei, die Auswirkungen der Umgehungsstraße auf die örtlichen Verkehre zu überprüfen.
„Nottuln braucht ein Gesamtkonzept“, betonte der Bürgermeister. Diese Meinung vertraten auch SPD, Grüne und UBG, die zudem auf die Situation an der Bodelschwinghstraße hinwiesen. Dort habe man den Anliegern gesagt, dass vor einer Entscheidung erst ein Gesamtkonzept vorliegen müsse.
Die UBG erinnerte an die Fehler der Vergangenheit und sprach von einer „verkorksten Situation“. Möglicherweise gebe es auch andere Lösungen, meinte Alfred Hübner und führte eine Verlängerung des Oberstockumer Weges bis zur Daruper Umgehung an.
Ein Antrag der CDU, das Thema noch einmal für die fraktionsinternen Beratungen bis zur nächsten Ratssitzung am 30. Juni zu vertagen, wurde mit knapper Mehrheit von SPD, UBG und Grünen abgelehnt.
Weil sich grundsätzlich alle Parteien schon vor längerer Zeit für das Gesamtverkehrsgutachten ausgesprochen haben, fiel schließlich die Entscheidung, auch Nottuln-West in dieses Gutachten einzubinden, einstimmig. VON LUDGER WARNKE, NOTTULN |