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Westfälische Nachrichten, 16. Juni 2005

Ortsnahe Lösungen bevorzugt
Erste Debatte zum Thema "Entlastungsstraßen" in Nottuln-West

 -luw- Nottuln. Unter großer Anteilnahme von Bürgern hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung am Dienstag eine erste Diskussion über mögliche Entlastungsstraßen (Netzschlusslösung) im Westen und Süden von Nottuln diskutiert. Die Gemeindeverwaltung hatte dazu erste Unterlagen inklusive Kartenmaterial erstellt. Bürgermeister Peter Amadeus Schneider wies aber darauf hin, dass die in den Karten eingetragenen Linien keinesfalls eine konkrete Trassenplanung darstellen, sondern vielmehr symbolischen Charakter haben.
Die Gemeinde steht erst am Anfang des Diskussionsprozesses. Wichtig für die Beurteilung, wo und wie Entlastungsstraßen sinnvoll sind, ist die weitere Entwicklung von Baugebieten in Nottuln. Nach Einschätzung von Schneider wird im Ortsteil Nottuln in absehbarer Zeit ein Mangel an Baugrundstücken herrschen. Deshalb sei es notwendig, rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Die in der Diskussion stehen Entlastungsstraßen sollen keinesfalls eine verdeckte Süd-Umgehung sein, betonte er. Vielmehr gehe es darum, den zu erwartenden Verkehr aus den neuen Wohngebieten so zu führen, dass der Ortskern entlastet werde.
Die langfristige Planung sieht mögliche Entlastungsstraßen von der B525 (zwischen Nottuln und Darup) beginnend über die Einmündungspunkte Ober- und Niederstockumer Weg und weiter zur Dülmener Straße/Steinstraße bis hin wieder zur B525 (irgendwo zwischen Nottuln und Hagemeister) vor.
Weil für den Bereich Nottuln-Süd neue Baugebiete zurzeit nicht absehbar sind, konzentrierte sich die Diskussion auf Nottuln-West. Einigkeit bestand im Ausschuss, dass es keinen Sinn mache, Entlastungsstraßen möglichst weit in die Landschaft zu verlegen. Ortsnah, so die Meinung, sollten sie gebaut werden. Ortsnah bedeute aber nicht direkt entlang des Gartenzaunes der Anlieger, betonten die Ausschussmitglieder, sondern in einem vertretbaren Abstand.
Mit besonderem Interesse verfolgten Anlieger aus dem Neubaugebiet Fasanenfeld II die Diskussion. Sie befürchten eine Entlastungsstraße direkt an ihren Häusern entlang und erneuerten ihren Vorwurf an die Gemeinde, dass diese bei den Grundstücksverkäufen das Thema verschwiegen habe (wir berichteten). Möglicherweise ergibt sich für den Bereich Fasanenfeld (B525 bis Oberstockumer Weg) eine Lösung, die die Anlieger nicht ganz so stark trifft. Bürgermeister Schneider berichtete, dass die Verwaltung derzeit prüft, ob von einer bestehenden Anbindung eines Wirtschaftsweges an die B525 (etwa 400 Meter von der derzeitigen Baustraße zum Fasanenfeld entfernt) eine Trasse zum Oberstockumer Weg möglich sei. Eine Lösung, die bei vielen Ausschussmitgliedern auf Zustimmung stieß. Ergebnisse dieser Prüfung sollen dem Ausschuss im Herbst vorgestellt werden.
In der Diskussion wurde seitens der Bürger immer wieder Zweifel laut, ob nicht doch durch die Hintertür eine Süd-Umgehung eingeführt wird. Zwar betonten Sprecher aller Parteien, dass man eben dieses nicht wolle, doch wurde deutlich, dass das Thema Entlastungsstraßen wohl nicht konfliktfrei behandelt werden kann. So wurde zum Beispiel im Ausschuss favorisiert, dass im weiteren Verlauf von Nottuln-West es sinnvoll sei, eine Entlastungsstraße vom Oberstockumer Weg ausgehend in Höhe der Rudolf-Harbig-Straße an den Niederstockumer Weg anzubinden. Eine Option, die gestern, nur einen Tag nach Sitzung, bei den dortigen Anliegern für Unruhe sorgte.
Der Ausschuss verständigte sich darauf, zunächst den Bereich Nottuln-West weiter zu diskutieren. Die Gemeindeverwaltung will für die nächste Sitzung im Herbst die Planung konkretisieren und eine Raumplanung zu möglichen Neubaugebieten erstellen. Bislang ungeklärt sind die Grundstücks- und Finanzierungsfragen.

 
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