Am 24. Oktober 2001 wurde dem Ausschuss für Gemeindeentwicklung der Vorentwurf eines neuen Baugebietes - Fasanenfeld II - am westlichen Rand von Nottuln vorgestellt. Das Ausschussmitglied von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Richard Dammann, hat sich gegen diesen Entwurf ausgesprochen.
Verschiedene Gründe waren dafür ausschlaggebend.
Zunächst zur Geschichte:
Die Gemeinde hat vor einigen Jahren Ackerland hinterm Fasanenfeld erworben. Es wurde auf Kredit gekauft, da die Gemeinde Glaubens war, gutes Bauerwartungsland zu erwerben. Nur der Glauben hält heute den Tatsachen nicht stand.
In der Nähe des Plangebietes liegen mehrere landwirtschaftliche Betriebe, die Abstandsradien auslösen, in denen nicht gebaut werden darf. Diese Radien liegen in dem erworbenen Grundstück. Diese Tatsache hätte bei Erwerb des Grundstückes bekannt sein müssen.
Die benachbarten Landwirte verdienen Ihren Lebensunterhalt auf Ihren angestammten Hofstellen und sind nicht unter allen Umständen bereit, Einschränkungen auf sich zu nehmen oder ihren Betrieb aufzugeben, um die Abstandsradien zu verkleinern.
Die Gemeinde kann als Ersatz für die Einschränkungen der Landwirtschaft nur Baugrund anbieten. Das zu entwickelnde Plangebiet muss also die Größe haben, die sich aus der Fläche des von der Gemeinde erworbenen Grundes und der Entschädigungsbaufläche der Landwirtschaft ergibt. Die Größe der Planung ergibt sich also nicht aus einer sinnvollen städtebaulichen Entwicklung, sondern ist ein Kompromiss aus den bestehenden Abstandsradien und den zu veräußernden Flächen.
Es wird in Nottuln keine geordnete städtebauliche Entwicklung mehr betrieben, sondern es wird nur nach versucht, den selbst verursachten Schaden zu begrenzen.
Die große Planung Nottuln-West wird es in absehbarer Zeit nicht geben.
Für das Plangebiet Fasanenfeld II heißt das, dass dieses weiterhin am Rand des Ortes liegen wird und sich nicht in die Ortslage integriert.
Problematisch ist die geplante verkehrliche Erschließung des Baugebietes Fasanenfeld II:
Im Jahre 1997 überzeugte die SPD große Teile der CDU bei dem Umgehungsstraßen-Koppelungs-Beschluss von sogenannten "Netzschlusslösungen" (um den Preis der Zustimmung der SPD zur Umgehungsstraße). Damals ging man noch von einer zügigen Erschließung des gesamten Baugebietes Nottuln-West vom Fasanenfeld bis zum Niederstockumer Weg aus.
Trotz der Tatsachen,
- dass es die große Planung Nottuln-West in absehbarer Zeit nicht geben wird,
- dass "Netzschlusslösungen" von der Gemeinde finanziert werden müssen, aber nicht finanziert werden können angesichts der allgemeinen Haushaltslage und
- dem sowieso zweifelhaften Gewinn von solchen Straßen
fordert die SPD jetzt das Festhalten an diesen sog. "Netzschlusslösungen". Das bedeutet im Falle Fasanenfeld II eine aufwendige Erschließung von der Außenseite des Baugebietes mit einer großen Anzahl doppelt erschlossener Grundstücke. Das Verhältnis der Baufläche zur Erschließungsfläche wird damit ungünstiger. Der Grundstückspreis wird negativ durch eine falsche Weichenstellung der Gemeinde beeinflusst.
Damit das Verhältnis von Netto- zu Bruttobauland nicht vollkommen aus dem Ruder läuft, versuchen die Planer am Biotop so viel Fläche abzuknapsen wie eben möglich. Der Lauf des Hummelbaches mit seiner Quelle wird deshalb nicht als bereicherndes Element für ein Wohn- und Lebensgebiet betrachtet und entwickelt, sondern ist für die Investoren ein ärgerliches Übel und so sieht das im Plan leider auch aus. Über die Möglichkeiten für die Regenwassernutzung, die ein solches Biotop ermöglicht, wird aus den o.g. Zwängen nicht einmal ansatzweise nachgedacht.
Unserer Meinung nach muss die gesamte Bebauungsplan-Entwicklung Fasanenfeld II noch einmal gründlich überdacht und diskutiert werden (wurde es leider nie...).
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