Westfälische Nachrichten, 26. August 2009
Prognose: Stagnierende Verkehrsentwicklung bis 2030
Nottuln - Die Nord-Umgehung Nottuln als Teil einer Ost-West-Verbindung ist nach Auffassung von Umgehungsstraßengegnern nicht notwendig. In ihrer Kritik an den bisherigen Verkehrsprognosen (Verkehrswachstum von 10 Prozent bis 2020) fühlen sich die Gegner der Planung nun durch eine neue Studie des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel GmbH (InnoZ) bestätigt. Die InnoZ-Forscher aus Berlin prognostizieren für weite Teile des Münsterlandes (Kreise Steinfurt, Borken, Warendorf) bis 2030 eine Verkehrsreduzierung um bis zu 15 Prozent. In Münster und im Kreis Coesfeld sei bis 2030 eher mit stagnierenden Verkehrszahlen zu rechnen, geht aus einer Übersichtskarte der Studie hervor.
Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie hat die InnoZ-GmbH „die Auswirkungen des demografischen und wirtschaftsstrukturellen Wandels auf die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland bis zum Jahre 2030“ untersucht. Zur Verkehrsinfrastruktur für den Personen- und Gütertransport zählen nicht nur die Straßen, sondern zum Beispiel auch Schienenstrecken und Binnenschifffahrtswege. Zwar lag der Untersuchungsschwerpunkt in den ostdeutschen Bundesländern, doch wurden auch Aussagen für ganz Deutschland getroffen.
Die Forscher prognostizieren, dass die Belastungen der Verkehrsinfrastruktur zunehmend ungleichgewichtig ausfallen werden. „Wir werden eine bisher nicht gekannte Gleichzeitigkeit von Wachsen und Schrumpfen erleben“, heißt es an einer Stelle der Studie. Die gegenwärtige Verkehrsinfrastrukturplanung des Bundes sei darauf in keiner Weise ausreichend vorbereitet.
Ob die InnoZ-Studie eine Rolle in dem erwarteten Klageverfahren gegen die Nord-Umgehung spielen wird, ist offen. Allerdings mache die Studie sehr deutlich, wie unsicher die bisherigen Verkehrsprognosen seien, heißt es vonseiten der Umgehungsstraßen-Kritiker.
VON LUDGER WARNKE, NOTTULN
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