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15. April 2009, Westfälische Nachrichten

Risiken für das Grundwasser

An den Hexenquellen bei Schapdetten (Foto), aber auch im Nonnenbachtal untersuchen die Studenten von Prof. Uwe Tröger (ganz rechts) die Grundwasserverhältnisse in den Baumbergen.Foto:
An den Hexenquellen bei Schapdetten (Foto), aber auch im Nonnenbachtal untersuchen die Studenten von Prof. Uwe Tröger (ganz rechts) die Grundwasserverhältnisse in den Baumbergen.
Foto: (Ludger Warnke)

Nottuln - Uwe Tröger ist Professor für Hydrogeologie an der Technischen Universität Berlin (TU). Und diese Feststellung ist ihm wichtig: „Wir arbeiten hier nicht in einem Auftrag. Wir sind Wissenschaftler, für uns zählen Messergebnisse“, sagt der Experte, während im Hintergrund ein Teil seiner Studenten das Wasser der Hexenquellen oberhalb Schapdettens untersucht. Seit Montag beschäftigen sich 26 Studenten der TU Berlin unter seiner Leitung direkt vor Ort mit den Grundwasserverhältnissen in den Baumbergen, speziell auch im Nonnenbachtal.

Als Wissenschaftler hat sich Uwe Tröger auch mit der Umgehungsstraßenplanung beschäftigt und dabei Risiken für das Grundwasser entdeckt. Darüber will er auch in der kommenden Woche sprechen, wenn er am Mittwoch (13. Mai) an der Sitzung des Betriebsausschusses der Nottulner Gemeindewerke teilnimmt. Denn dann soll der Bürgerantrag erörtert werden, der sich mit der Umgehungsstraße und den eventuellen Folgen für das Wasserwerk befasst.

Vor ungefähr einem Jahr sind Nottulner Bürger und auch die UBG an Prof. Uwe Tröger wegen der Umgehungsstraßenplanung herangetreten. Das Wasserwerksgutachten von Prof. Lange hat sich Tröger genau angesehen und gravierende Mängel im hydrogeologischen Teil ausgemacht. „Das ist ein Straßenbaugutachten“, wertet Uwe Tröger.

Der Berliner Professor, der auch als Gutachter für das Oberlandesgericht Frankfurt arbeitet, sieht vor allem die geplante Brücke über das Nonnenbachtal als problematisch an. „Ein großes Problem sind die Pfeilerpaare dieser Brücke“, sagte Prof. Tröger. Weil der Boden für eine Gründung völlig ungeeignet sei, werde man wohl bis auf den Fels gehen müssen, wo sich auch der Grundwasserleiter befinde. Diese Verletzung des Talbodens bleibe permanent erhalten und beinhalte das Risiko, dass Schadstoffe entlang der Pfeiler ins Grund- und Trinkwasser gelangen. Schon während der Bauzeit bestehe ein „hochgradiges Risiko“, beispielsweise durch auslaufende Hydraulikflüssigkeiten.

Der mögliche Schadstoffeintrag muss später gar nicht einmal vom Verkehr auf der Umgehungsstraße selbst kommen. Tröger verweist auf die Landstraße nach Billerbeck, die ja auch das Nonnenbachtal quert. Passiert dort ein Unglück, bei dem zum Beispiel Schadstoffe wie Benzin auslaufen, transportiert der Nonnenbach die Stoffe weiter in Richtung Nottuln. An der Brücke der Umgehungsstraße besteht dann das Risiko, dass die Stoffe auch ins Grundwasser gelangen. „Und dann sind die Schadstoffe ganz schnell beim Wasserwerk“, sagt Tröger. „Die Frage ist: Will man dieses Risiko eingehen?“

Uwe Trögers ganz persönliche Meinung: „Ich würde die Straße an dieser Stelle nicht bauen.“

VON LUDGER WARNKE, NOTTULN

 
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