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April 2009
Ein Leserbrief von Sigrid Bürger:

"und die LKWs kommen wieder..."

Ein „unbestreitbar großes Problem“ auf der Durchgangsstraße in Nottuln?  Dies ist ein Satz – seit 20 Jahren unwidersprochen gesagt von jedem in Nottuln – sei er nun Umgehungsstraßenbefürworter oder –gegner. Die Befürworter sagen ihn, na klar, liegt doch auf der Hand; die Gegner sagen ihn, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, sie nähmen die Probleme der Anwohner nicht ernst.

Ich wage es, diesen Satz in Zweifel zu ziehen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr viel im Dorf mit dem Fahrrad unterwegs bin, - und das schon seit vielen, vielen Jahren. Ich erinnere mich, dass ich im Jahre 1997 - dem Jahr unseres inzwischen historischen „Umgehungsstraßen-Kopplungsbeschlusses“ - häufig an der Ampel stand, um die Bundesstraße zu überqueren und sie sah, die vielen LKWs. Es waren oft viele hintereinander, die sich den Weg durch Nottuln bahnten. In der Tat, eine große Belastung nicht nur für die Anwohner.

Ein völlig anderes Bild ergibt sich heute. Wenn ich heute an der Ampel stehe, sehe ich oft während einer ganzen Ampel-Phase auf der Bundesstraße nicht einen LKW. Sie sind alle weg, die LKWs. Fahren jetzt wohl zum großen Teil auf der Umgehungsstraße an Lette vorbei. Die Strecke ist ein bisschen länger, aber dank der Umgehungsstraßen schneller. Und nur das zählt für die Transport-Unternehmen. Ist unsere Umgehungsstraße erst fertig, wird „unsere“ Ost-West-Trasse die noch schnellere sein, und alle LKWs kommen wieder, donnern über das Brückenbauwerk und werden im ganzen Dorf zu hören sein.

Natürlich gibt es auch heute noch LKWs auf der Bundesstraße in Nottuln. Die, die in Nottuln und der näheren Umgebung zu tun haben – wir haben jede Menge Geschäfte und auch anderes Gewerbe, das versorgt sein will, und auch noch ein paar Holländer, die ihr Navi noch nicht umgestellt haben. Und dann gibt es natürlich die vielen PKWs, meist Autofahrer aus Nottuln oder Umgebung. Der Sinn einer „Hauptverkehrsstraße“ ist nun mal, den „Hauptverkehr“ aufzunehmen. Das ist der Preis für unsere Individual-Mobilität. Wollen wir daran etwas ändern, müssen wir andere Wege beschreiten als den Bau von immer mehr Straßen.

Ach ja, und dann noch: Wenn ich abends nach dem Ausschalten der Ampeln die Bundesstraße überqueren will und vor Angst Blut und Wasser schwitze, so liegt das nicht an der Menge des Verkehres, sondern daran, dass die Autos, die jetzt noch fahren, wegen des wenigen Verkehrs völlig freie Bahn haben und unglaublich aufs Gaspedal drücken.

 
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