März 2008
Ein Kommentar von Sigrid Bürger:
Mogelpackung Umgehungsstraße
Es macht wütend und traurig zugleich. Da betont die CDU gebetsmühlenartig, wie sehr die Nottulner von einer Ortsumgehung profitieren würden, und Anwohner und auch Menschen, die gar nicht da wohnen, beklagen gebetsmühlenartig die "Tausende von LKWs", die sich täglich durch Nottulns Innenstadt quälen würden.
Ist die CDU nicht in der Lage, Verkehrsgutachten zu lesen? Und - wer kann sie mir zeigen, diese Tausende von LKWs (die sich 1995 tatsächlich noch durch Nottuln quälten)?
Noch einmal zum Mitschreiben: Das Verkehrsgutachten von 2005 bestätigt eindeutig den drastischen Rückgang der durchfahrenden LKWs und untermauert genauso eindeutig, dass ein großer Teil dieser LKWs, die heute nicht mehr durch Nottuln fahren, sehrwohl über eine neue Umgehungsstraße fahren würden.
Der Bund hat immer gesagt und dies auch im Jahre 2005 auf Anfrage der Gemeinde noch einmal explizit bestätigt, dass die Umgehungsstraße für die Entlastung der Ortsdurchfahrten keine hohe Bedeutung habe, dass man sie also bauen wolle, um eine weitere großräumige Ost-West-Verbindung herzustellen, und damit natürlich auch Verkehr anziehen wolle.
Allen diesen Tatsachen konnte im Erörterungstermin der Landesbetrieb Straßenbau nichts entgegensetzen, außer der Tatsache, dass die Durchgangsstraße sehrwohl entlastet werde. Natürlich haben sie da recht. Aber 13.300 PKWs pro Tag werden auf der Mauritzstraße auch nach dem Bau der Umgehungsstraße fahren. Einfach, weil der größte Teil selbstgemacht ist. Und dafür bauen wir eine Umgehungsstraße? Geben weit über 10 Millionen Euro Steuergelder aus? - Wie viele Busse könnte man damit kostenlos fahren lassen...
Die Umgehungsstraße ist und bleibt eine Mogelpackung für Nottuln! Die Anwohner der Durchgangsstraße werden enttäuscht sein, wie wenig spürbare Wirkung sie für sie hat, die Anwohner der Umgehungsstraße werden zusätzlich leiden, die Anwohner des Fasanenfeldes werden sowohl den Durchgangsverkehr als auch den zusätzlichen Verkehr der Umgehungsstraße spüren, die Touristen werden wegbleiben, das Wasserwerk wird einer latenten Gefahr unterliegen ...
Sagen wir Stopp, solange es noch nicht zu spät ist!
Sigrid Bürger |