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02. September 2006, Westfälische Nachrichten

Leserbrief

Man ist schon erstaunt, wofür in Zeiten des allgemeinen Kürzens und Sparens Geld vorhanden ist und wofür nicht: So überrascht der Zweckverband Münsterland (ZVM) und der Verkehrsverband Rhein Ruhr (VRR) mit Kürzungen bei Bussen und Bahnen. Stilllegungen von Strecken und so genannte Taktausdünnungen (WN v.30.08.) sind angesagt, weil bis 2010 das Land NRW 515 Mio.€ weniger Mittel vom Bund erhält. Auch im Münsterland werden Zugverbindungen gestrichen und für 2008 ist die nächste Kürzungsrunde bei weiteren Preiserhöhungen angekündigt. Auslöser hierfür ist die massive Kürzung der Bundesmittel für den Nahverkehr.
Auch die eingestellten 200.000 T€ für den Planungsstart Unterführung der Bahnhofstraße unter die Bahnstrecke Münster-Recklinghausen sind von der Landesregierung auf 0 gefahren worden (WN vom 30.08. (s.u.)). Sie fallen zunächst ersatzlos weg. Dagegen spielen für die Nottulner Umgehungsstraße (Zitat Bundesverkehrswegeplan 2005 „Das Projekt hat für die Entlastung von Ortsdurchfahrten eine geringe Bedeutung“) die Kosten keine Rolle. Sollte der Basaltuntergrund zu schwach sein für die Träger, werden sie verstärkt. Sollte die Trassenwanne wegen des Schutzes des Trinkwasserreservoirs verstärkt werden müssen, ist dies finanziell kein Problem. Einmal beschlossen, wird auch gebaut. Schade, dass es keine Korrektiv-Instanz gibt, die in die Verkehrsinfrastruktur übergreifend eingreifen kann. Nutzer des öffentlichen Verkehrssystems haben leider eine deutlich schlechtere Lobby als Autofahrer und die Autoindustrie. Letztlich werden die massiven Einschränkungen und die Preissteigerungen für die Fahrkarten dazu führen, dass noch mehr Menschen von Bussen und Bahnen in ihren Wagen umsteigen. Schade für die betroffenen Anwohner von Durchgangsstraßen, schade für die Umwelt.

Michael Groß
Bahnhofstr.18

Westfälische Nachrichten, 30.08.2006

Bahnüberführung für 2008 vorgesehen
SPD im Regionalrat beklagt Finanzkürzungen des Landes

-luw- Appelhülsen. 200.000 Euro, die der Regionalrat der Bezirksregierung Münster in diesem Jahr für vorbereitende Maßnahmen für das Projekt "Bahnüberführung Appelhülsen/L844" vorgesehen hat, sind von der Landesregierung auf Null gesetit worden. Darüber hinaus sind für eine ganze Reihe von weiteren Projekten im Münsterland die Mittel gestrichen oder gekürzt worden, kritisierte gestern die SPD-Fraktion des Regionalrats bei einer Pressekonfärenz. Die SPD bezog sich auf eine Vorlage für die Sitzung der Verkehrskommission am Montag, in der über die im Landesstraßenausbauplan aufgeführten Projekte beraten wird. Inwieweit die Mittelstreichung das Appelhülsener Projekt hinauszögert oder er gänzlich gefährdet, ist unklar.

Die Niederlassung Coesfeld des Landesbetriebs Straßenbau teilte auf Anfrage mit, dass ihr von einer Mittelkürzung offiziell nichts bekannt sei. Die Straßenbaubehörde verweist auf den seit dem 11. Oktober 2000 vorliegenden Planfeststellungsbeschuss.

Danach soll der höhengleiche Bahnübergang in Appelhülsen (L844) durch eine Bahnüberführung ersetzt werden. Rund 12 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Bund, Bahn und Land übernehmen jeweils ein Drittel der Kosten.

"Der Planfeststellungsbeschluss ist unanfechtbar. Wir haben Baureife erlangt. Die Maßnahme als solche ist nicht mehr zu stoppen", meinte Josef Brinkhaus, Pressesprecher des Landesbetriebs, auf Anfrage unserer Zeitung.

Nach derzeitiger Planung hat die Straßenbaubehärde das Appelhülsener Projekt für das Jahr 2008 vorgemerkt. Grund: Zunächst soll in der Zwischenzeit die Bahnüberführung.in Buldein komplett abgeschlossen werden. Damit der Zugverkehr nicht zu sehr gestört wird, habe die Bahn darauf gedrängt, dass die Maßnahmen in Buldern und Appelhülsen nicht zeitgleich sondern nacheinander abgewickelt werden. Mit dem Projekt in Buldern, so Josef Brinkhaus, werde man Ende 2007 spätestens Frühjahr 2008 fertig sein. Danach sei die Bahnüberführung in Appelhülsen an der Reihe.

Die Straßenbaubehörde werde entsprechende Geld für die mittelfristige Finanzplanung beantragen. Ob 2008 tatsächlich mit den Bauarbeiten in Appelhülsen begonnen wird, wollte Josef Brinkhaus aber nicht versprechen. "Auch wir unterliegen der Zuweisung der Gelder durch das Land".

 
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