15. März 2005, Westfälische Nachrichten: Leserbrief
Überholte und reaktionäre Idee
Umgehung
Die Pläne für die Umgehungsstraße liegen nun schon seit geraumer Zeit bei der Gemeinde aus. Doch wer kann sich anhand von Plänen ein realistisches Bild
machen, welche Ausmaße die geplante Ortsumgehung haben wird?
Deshalb haben wir uns sehr über die Luftballon-Demonstration gefreut. Obwohl die Kennzeichnung durch die Ballons unvollständig war, wurden doch einige Punkte deutlich, an denen Natur zerstört und die Straße
"ortsnah" an Wohngebieten vorbeiführt.
Letzten Endes wird es dann also wohl zwei unzufriedene Anwohnergruppen geben: Zum einen die, die durch die neue Straße belastet werden, und
zum anderen solche, die durch die neue Straße nicht entlastet werden.
Die Idee, mit dem Bau neuer Straßen Verkehrsprobleme zu lösen, ist überholt und sehr reaktionär. Das Problem der Lärmbelästigung, der Abgase und der Gefahr für Kinder an einer Straße wird doch nicht gelöst, indem man eine weitere baut?! Sinnvoll ist es, den Lastverkehr auf die Schienen zu verlagern, das Auto für den Einkauf stehen zu lassen, mit dem Fahrrad zu fahren, zu Fuß zu gehen, oder den ÖPNV zu benutzen. So kann man effektiv Verkehrsprobleme lösen.
Für Nottuln konkret könnte man die Ortsdurchfahrt für Lkw so unattraktiv gestalten (z.B. durch Kreisverkehre), so dass die Lkw andere Routen benutzen. Schließlich wollen wir ja die Lkw loswerden und nicht mit einer neuen Straße anziehen.
Wir, zusammen mit der Grünen Jugend Nottuln, werden jedenfalls die Rückstände der Demonstration im Rahmen einer Müllsammel-Aktion einsammeln
und entsorgen.
Peter Boertz, Sprecher der Grünen Jugend
Moritz Hegemann, Ratsmitglied der Grünen |