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Themen Umgehungsstraße Nottuln Ein Brief an "Die da Oben" zurück zur Startseite
 

5. März 2005, Offener Brief

Die Umgehungsstraße ist und bleibt ein Reizthema in Nottuln, das leider mehr polarisiert als zusammenführt. Nach dem Studium des Bundesverkehrsplanes mussten wir feststellen, dass die Argumentation für die Umgehungsstraße von Seiten der Bundesregierung nur wenig die Belange der Nottulner und Nottulnerinnen berücksichtigt. Dies war mit ein Grund dafür, den folgenden Brief zu schreiben. 

Es wäre schön, wenn wir es in Nottuln schaffen würden, gemeinsam für einen lebenswerten Ort zu streiten, da unser Ziel doch eigentlich das Gleiche ist. Es ist doch so, dass die Anwohner des Banjo den Anwohnern der Durchgangsstraße nicht diese heutige enorme Belastung wünschen und dass die Anwohner der Durchgangsstraße auch glücklich wären, die heutige Belastung mindern zu können ohne eine Umgehungsstraße.

Wir sind gespannt auf die Antworten...

An
Werner Lensing MdB, Angelica Schwall-Düren MdB, Winfried Nachtwei MdB,
Albert Schmidt MdB (verkehrspolitischer Sprecher von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Bundestag)

Werner Jostmeier MdL, Frank Sichau MdL, Stefan Romberg MdL, Rüdiger Sagel MdL,
Oliver Keymis MdL
(
verkehrspolitischer Sprecher von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Landtag NRW)


Sehr geehrte Dame, sehr geehrte Herren,

in diesen Tagen hat das Planfeststellungsverfahren für eine Umgehungsstraße von Nottuln begonnen.

In Nottuln gibt es sehr unterschiedliche Meinungen zu dieser Straße. Natürlich fordern die Anwohner der heutigen Durchgangsstraße diese Umgehungsstraße, da sie sich durch sie eine Entlastung von Lärm und Gestank erhoffen. Jedoch ist im Bundesverkehrswegeplan zu lesen: Das Projekt hat für die Entlastung von Ortsdurchfahrten eine geringe Bedeutung.

Die Begründung für die Einstufung in den vordringlichen Bedarf lautet:
Wegen des weit vorangeschrittenen Planungsstandes und der netzkonzeptionellen Wirkung.

Auf den "weit vorangeschrittenen Planungsstand" möchte ich nicht weiter eingehen.

Kopfzerbrechen macht uns die "netzkonzeptionelle Wirkung". Da wird auf der einen Seite die LKW-Maut mit einem enormen Aufwand eingeführt, mit der die Nutzer der Straßen in Abhängigkeit von den tatsächlich gefahrenen Kilometern zur Kasse gebeten werden. Dies ist gut und logisch im Sinne des Verursacherprinzips. Nicht mehr logisch erscheint uns dann, wenn diese Bundesregierung gleichzeitig für viele Millionen Euro Ausweichstrecken baut, auf denen diese Lastwagen dann kostenlos fahren können.

Schon heute sind uns Fälle bekannt, in denen Fernfahrer von ihren Arbeitgebern angewiesen werden, durch Nottuln zu fahren, um Mautgebühr zu sparen, obgleich eine andere Route über größere Strecken Autobahn angenehmer zu fahren und nicht langsamer wäre. Dieses Vorgehen würde sich nach dem Bau der Umgehungsstraße natürlich noch verstärken.

Wäre es nicht viel sinnvoller - auch im Sinne einer nachhaltigen Politik - , keine Umgehungsstraße zu bauen und stattdessen Ortsdurchfahrten so unattraktiv zu gestalten (mehr Kreisverkehre, verkehrsberuhigende Maßnahmen, etc.) - bis hin zu Sperrungen für den Schwerlastverkehr -, dass LKWs Autobahnen benutzen, wo immer es möglich ist? - oder vielleicht gar über Alternativen (z.B. Bahn) nachdenken?

Mit freundlichen Grüßen
Sigrid Bürger
(Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Rat der Gemeinde Nottuln)

 
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