|
Westfälische Nachrichten, 25. Februar 2005
Viele
Fragen und keine Antworten
Umgehungsstraße: Ausschuss diskutierte ohne Vertreter
des Landesbetriebes Straßenbau
-fv- Nottuln. Politiker und Bürger fragen
- keiner antwortet. Ungefähr nach diesem Motto verlief am Mittwoch die
von sehr vielen Bürgern besuchte Sitzung des
Gemeindeentwicklungsausschusses, in der die gemeindliche Stellungnahme zur
Nord-Umgehung entwickelt werden sollte. Daraus wurde nichts, weil der
eingeladene Vertreter des Landesbetriebs Straßenbau wegen einer
Parallelveranstaltung nicht kommen konnte. Die Verwaltung sah sich
ihrerseits nicht in der Lage, Fragen zu technischen Details zu
beantworten. Deshalb entschied der Ausschuss auf Antrag der UBG, eine außerordentliche
Sitzung anzuberaumen, in der der Fachmann vom Landesbetrieb dann auch
kommen kann. Der Zeitdruck ist groß: Am 15. März muss die Stellungnahme
im Rat verabschiedet werden.
Auch wenn die Sitzung inhaltlich kaum weiterbrachte, wollten die Politiker
ihre Fragen und Anregungen dennoch schon einmal auf den Tisch bringen. Hauptmatador
war Richard Dammann (Grüne). Sein Katalog reichte von allgemeinen
Hinweisen auf eine fehlende Legende, über den Hinweis, dass die Anbindung
an das Industriegebiet noch nicht eingetragen sei, Fragen zum Brückenbauwerk,
zur Abbindung von Fuß- und Radwegeverbindungen bis hin zu Detailfragen
nach der landschaftsprägenden Eiche des ehemaligen Hofes Schlautmann oder
dem zukünftigen Standort der Vogelstange. Konkret beantwortet
werden konnte seine Frage nach Lärmschutzmaßnahmen für den Esch. Hier
sei laut Landesbetrieb nichts vorgesehen, verwies Hartmut Becker vom
Bauamt auf die Pläne.
| Sitzung am 10. März
Nur einen Tag nach der uner- quicklichen Debatte
im Ausschuss für Gemeindeent- wicklung hat die Gemeindever- waltung
Nägel mit Köpfen gemacht: Am 10. März (Donnerstag) wird der Aus-
schuss zu einer Sondersitzung zum Thema Umgehungsstraße
zusammenkommen. Sein Kommen zugesagt hat Reinhard Niggemeier, Leiter
der Niederlassung Coesfeld des Landesbetriebs Straßenbau, teilte
gestern Bürgermeister Peter Amadeus Schneider mit. Die Sitzung ist
öffentlich und beginnt um 19 Uhr in der Aschebergschen Kurie. |
Welcher Brunnen der Gemeinde
geschlossen werden müsse und was das für die Wasserförderung bedeute,
wollte Stefan Kohaus (Grüne) wissen. Ein nicht mehr genutzter
Brunnen solle zum Abwehrbrunnen umfunktioniert werden, wusste Roswitha
Roeing-Franke (CDU). Das von Gemeindewerken und Landesbetrieb angestrengte
neue Gutachten werde zeigen, ob die Wasserförderung betroffen ist, erklärte
Fachbereichsleiter Hermann Volkmer. "Sollten wir etwas abgeben müssen,
werden wir unsere Ansprüche natürlich geltend machen."
Auch Rolf Schulz (UBG) kritisierte das Fehlen von Unterlagen. "Wie
sollen wir fundiert entscheiden, wenn wir nicht alle Akten eingesehen
haben." Der Landesbetrieb habe damals versprochen, die Gemeinde mit
Informationen zu bedienen. Hermann Volkmer verwies darauf, dass alle
Unterlagen, die zur Verfügung gestellt werden konnten, von der Verwaltung
auch zur Verfügung gestellt worden sind. Auch
sei der Dammannsche Fragenkatalog weitergegeben worden. Der
Landesbetrieb behandele die Gemeinde restriktiv mit Informationen, ergänzte
Bürgermeister Peter Amadeus Schneider. "Wir haben hier aber nicht
die Planungshoheit", machte er klar.
Konkret hakte Norbert Kummann (CDU) nach. Er verwies auf den Ratsbeschluss
von 1997, in dem gefordert wird, dass der Übergang vom Bagno in die
Baumberge gewährleistet bleiben müsse. Das sei nicht vollständig
umgesetzt. Außerdem plädierte er für einen Kreisverkehr zur Anbindung
der Schapdettener Straße an die Umgehung. Zumindest eine Ampelanlage müsse
her, forderte ein Bürger.
Unbeantwortet blieb auch die Frage, warum der Harfelder Weg geschlossen,
ein einspuriger Wirtschaftsweg hingegen offen bleibe.
Ob man im Rat nur über die Details der Planung spreche oder ob auch
herauskommen könnte, dass das Projekt in der vorgestellten Form nicht gewünscht
ist, wollte ein Bürger wissen. Bürgermeister Schneider: "Akademisch
beantwortet, können wir jederzeit nein sagen. Dann wird der Landesbetrieb
das Vorhaben stoppen." Das habe Reinhard Niggemeier als Behördenchef
immer betont. "Pragmatisch betrachtet, sehe ich die Mehrheit von 1997
nicht in Frage gestellt."
 |
Einen Berg von Fragen haben die Kommunalpolitiker
in dieser Woche zum Nottulner Umgehungsstraßenprojekt aufgetürmt.
Viel Arbeit für den Landesbetrieb Straßenbau NRW, der sich am 10.
März der Politik und der Öffentlichkeit stellen wird. |
|