|
Fragen und Anmerkungen zur Planung der Umgehungsstraße
B525 in Nottuln
Sehr geehrte Damen und Herren,
folgend erhalten Sie unsere Fragen und Anmerkungen zur
vorgelegten Planung der Umgehungsstraße Nottuln mit der Bitte um
Beachtung.
Sie kennen unsere globale Kritik an der
Umgehungsstraße. Die haben wir schon umfassend erklärt und kann auf
unseren Internetseiten nachgelesen werden.
Damit erübrigt sich aber nicht, sich die Planung
konkret anzuschauen und auf die Planung im Detail einzugehen, um sich eine
umfassende Meinung zu dem Projekt bilden zu können.
Allgemein:
- Uns fehlt eine Legende für die Planung. Die Nummern
sind nicht erläutert. Die Pläne sind dadurch schlecht lesbar.
- Uns fehlt der Einblick in eine Untersuchung der
Lärmimmissionen im Bestand und nach Vollendung der Umgehungsstraße.
Hieran könnte der Nutzen für den Lärmschutz der Bevölkerung an der
alten Straße und der Schaden an der neuen Straße verglichen werden.
Die Argumentation könnte durch eine qualifizierte Aussage
versachlicht werden.
- Uns fehlt eine aktuelle Aussage auf die Verteilung
der Verkehrsströme nach Bau der Straße und ohne Bau dieser
Umgehungsstraße. In diesem Zusammenhang wäre auch der Durchbau der
B67 bei Dülmen zu bewerten.
- Wie viele Ampeln wird es an der neuen Straße geben?
Wie viele werden an der alten verbleiben?
Welche Zeitersparnis bringt die neue Straße den Nutzern?
- Soll und kann die B525 in der Ortslage umgestaltet
werden?
- Die Eingriffs- und Ausgleichsbewertung liegt uns
nicht vor. Uns fehlt der Grünordnungsplan.
- Uns fehlt die Begründung und der Umweltbericht.
- Für welche Kapazität wird die neue Straße
ausgelegt?
- Es fehlen die Eintragung der Höhen in den Plänen
sowie ein Höhenschnitt, der die Lage der Straße im Gelände
veranschaulicht.
Plan 1:
- Wie wirkt sich die Lärmimmission auf den Esch durch
das Näherrücken der Straße aus? Sind Schallschutzmaßnahmen
vorgesehen.
- Der Feldweg neben der Asylbewerberheim soll
wesentlich tiefer gelegt werden. Von diesem Weg zweigt vor der neuen
Straße ein neuer Weg Richtung Nonnenbach ab. (Nr. 35) Am Ende des
Weges liegt ein Wendehammer. Dahinter ein Becken (Regenrückhaltung ?,
Nr. 115). Durch dieses Becken soll das Wasser der Straße durch ein
vorgeschalteten Leichtstoffabscheider in den Nonnenbach eingeleitet
werden.
Was ist in diesem Zusammenhang ein Leichtstoffabscheider?
In welcher Qualität soll Wasser in den Nonnenbach und somit in den
Mühlenteich eingeleitet werden?
- Bei diesem ganzen Detail der Baumaßnahme sehen wir
Erläuterungsbedarf.
- Wo steht die landschaftsprägende Eiche ehemals Hof
Schlautmann? Diese ist auf den Plänen nicht verzeichnet.
- Welcher Brunnen des Wasserwerkes soll geschlossen
werden?
Was bedeutet das für die Gemeindewerke und die Wasserversorgung
Nottulns?
- Durch die geplante Baumaßnahme würde eine Brücke
in eine der bekanntesten Postkartenansichten Nottulns gesetzt.
- Der Nonnenbach soll z.B. verlegt werden, da hier
zufällig ein Pfeilerpaar zu stehen käme. Auf diese Verlegung des
gewachsenen Bachbettes könnte bei anderer Gestaltung problemlos
verzichtet werden.
- Genaue Aussagen zur Gestaltung der Brücke fehlen
völlig. Gibt es Ansichtspläne?
Sind verschiedene Gestaltungsvorschläge für dieses den Ort prägende
Bauwerk untersucht worden?
- Die Anböschung der Brücke ist sehr lang und scheint
recht hoch zu sein. Der gewachsene Boden und Wasserabfluss in diesem
Raum wird ohne Not vollkommen geändert.
- Sind zum Gründen der Brückenpfeiler
Grundwasserabsenkungen notwendig?
- Es bleibt zu vermuten, dass es sich bei der Brücke
über das Nonnenbachtal um ein Bauwerk in simpler Gestaltung handelt,
die der Qualität dieser wichtigen Ortsansicht nicht gerecht wird und
die Gegend über das nötige Maß hinaus verschandelt. Der Versuch auf
eines der prägnantesten Landschaftsbilder Nottulns Rücksicht zu
nehmen, ist nicht zu erkennen.
- Es ist nicht bekannt, ob Lärmschutzmaßnahmen für
die Brücke geplant sind und wie sich diese auf das Nonnenbachtal
auswirken.
Plan 2:
- Ein Pfeilerpaar der Brücke soll direkt neben das
Ludgeruspättken gesetzt werden.
Wie wird diese wichtige Fußwegeverbindung während der Bauzeit
gesichert?
- Neben dem Ludgeruspättken soll ein großzügiges
Grabenbauwerk (Nr. 92) bis zum Beginn der Bagnobebauung errichtet
werden. In diesem Graben soll anscheinend das komplette
Oberflächenwasser der neuen Straße ab der Querung der
Umgehungsstraße Havixbecker Strasse eingeleitet werden.
Würde das in den Mühlenteich eingeleitet?
Würde dann der Mühlenteich überwiegend durch Abwasser der Straße
gespeist?
Warum ist hier im Gegensatz zur anderen Brückenseite kein
Leichtstoffabscheider vorgesehen?
- Wie soll verhindert werden, dass aus dem Graben
(Regenrückhaltebecken ?), der ja die Deckschichten zerstört,
Abwasser direkt in des Grundwasser gelangt?
- Wie wirken sich die Lärmimmissionen auf das
Wohngebiet Bagno aus? Welcher Lärm ist zu erwarten?
- Die Straße oberhalb des Ludgeruspättkens soll
offensichtlich abgebunden werden.
Was geschieht mit dem Rest der Straße von der Vogelstange bis zum
Ludgeruspättken?
Bei der Fußwegeverbindung vom Bagnoteich in die Kreithecke handelt es
sich um einen hoch frequentierten, sehr wichtigen Spazierweg in
Nottuln. Wie soll der ersetzt werden?
- Auf das die Bedeutung des Bagnoteiches (Nr. 93),
schließlich ein Ort von dem mal eine Landesgartenschau ausgehen
sollte, wird nicht eingegangen. Es schmerzt besonders, dass nicht
ansatzweise versucht wird, diesen geschichtlich bedeutenden Ort zu
würdigen und zu erhalten.
- Wie tief gräbt sich die Straße in das Gelände ein?
Ist dort eine dauerhafte Grundwasserabsenkung geplant? Welche
Auswirkung hat diese? Die deckende Ton-Mergelschicht wird zumindest
zum Teil abgetragen und damit werden die wasserführende Schichten
freigelegt. Das heißt, dadurch kann Oberflächenwasser mit nur
geringer Filterwirkung direkt ins Grundwasser gelangen. Im
Wasserschutzgebiet ist das bei Eintragung von Schadstoffen besonders
prekär.
- Welcher Standort ist für die Vogelstange geplant?
- Die Verlängerung der Straße Am Bagno (Nr. 2) soll
abgebunden werden. Somit würde der wichtige Erholungsraum der oberen
Kreithecke von der Ortslage Nottuln abgetrennt. Dies ist besonders
angesichts des benachbarten Krankenhauses, der seniorengerechten
Wohnanlage und dem Altenheim bedenklich.
- Bei Umsetzung der vorgelegten Planung ist der direkt
benachbarte Erholungsraum für einen großen Anteil der Nottulner
Bevölkerung durch die Straße direkt verursacht, aber auch durch das
Trennen der meisten Wegeberbindungen in die Kreithecke nicht weiterhin
nutzbar.
- Der Uphovener Weg soll schon direkt nach der Ortslage
umgebaut werden. Die Höhenlagen erschließen sich uns aus der
vorgelegten Planung nicht.
- Die kulturhistorisch wertvolle und inzwischen sehr
wertvolle Kopfbuchenhecke am Ludgeruspättken wird zerstört.
Plan 2a
Dort wird scheinbar direkt am empfindlichen und
besonders schützenswerten Waldrand eine Straße gebaut. Dies bleibt
unsererseits unkommentiert.
Plan 3:
- Der parallel geführte Gemeindeweg verdoppelt hier
den Eingriff in die Landschaft (Nr. 5). Bei Änderung der Höhenlagen
der Straßen ließe sich auf den parallelgeführten Gemeindeweg
verzichten und die ohnehin vorgesehen Unterführung des Harfelder
Weges auch für Fahrzeuge nutzen.
- Die Trennwirkung der Straße Nottuln zum Stevertal
bliebe allerdings erhalten.
- Welche Schutzmaßnahmen sind für das Haus Nr. 19
geplant?
Plan 4:
Plan 5:
- Was passiert mit dem Weg vom Waldweg zur Hoflage
Schulze Winzler? (Nr. 15)
- Statt die direkte Wegeverbindung zum Haus Nr. 11 zu
erhalten, wird ein sehr aufwändige Umgehung der Umgehung geplant (
Nr. 9 + 164). Der Wald bei Schulze Winzler und die weitere Landschaft
ist für die Bewohner des Waldweges und des Vogelbusches nicht mehr
erreichbar. Wichtiger Erholungsraum wird von der Bevölkerung
abgetrennt.
Plan 6:
- Für die Überquerung der Umgehungsstraße (Nr. 10)
wird die Landschaft sehr in Anspruch genommen. Das Haus Vogelbusch 14
wird komplett eingebaut. Die Wegeführung ist verworren und nicht
nachvollziehbar.
- Wie sollen die Interessen der Bevölkerung des
Vogelbusches gewahrt werden, die nach dem Gewerbegebiet nun auf der
anderen Seite mit der Umgehungsstraße belastet werden sollen. Vor
wenige Jahren wohnte die angestammte Bevölkerung an dieser Stelle im
ruhigen Außenbereich.
- Es fehlt die planerische Anbindung des
Gewerbegebietes an die Umgehungsstraße. Wenn denn eine solche Straße
gebaut werden soll, ist dringend geboten, den Verkehr aus dem
Gewerbegebiet direkt auf die Straße zu leiten. Die Gemeinde ist
bereit, diese Straße zu bauen. Straßen NRW sollte dann die Straße
in ihrer Planung berücksichtigen.
Plan 7:
- Der jetzige Gemeindeweg parallel zur B 525 wird stark
von Radfahrern genutzt, da es sich hier um die Kürzeste Verbindung
zwischen Nottuln und Appelhülsen handelt, die nicht an der
Bundesstraße liegt. Diese wichtige Verbindung für den Radverkehr
soll ersatzlos aufgegeben werden (Nr. 12), da der Weg nun direkt auf
die Bundesstraße geleitet wird. Auch die andere Verbindung am
Hundeplatz vorbei geht den Erholungssuchenden verloren.
- Die Radwegeführung am Kreuzungspunkt ist nicht
deutlich zu erkennen. Hier besteht Erläuterungsbedarf.
Mit freundlichen Grüßen
Richard Dammann |