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Themen Umgehungsstraße Nottuln Wir fordern die Überprüfung des Beschlusses! zurück zur Startseite
 

10. Januar 2005

Tatsächlich scheint es heute noch mehr Argumente gegen den Bau der Straße im Norden von Nottuln zu geben. 
Deshalb hatten wir beantragt, den Beschluss von damals - mit heutigen Erkenntnissen - zu überprüfen (Antrag).

Dieser Antrag wurde zwar im zuständigen Ausschuss des Rates Nottuln abgelehnt, gleichwohl hat der Landesbetrieb Straßenbau zugesagt, das alte Gutachten von 1993 überprüfen zu lassen.

Ein Argument war seinerzeit das stetige Verkehrswachstum. Dies muss heute angezweifelt werden. Bereits im Straßenbaubericht 2003 (.pdf-Datei) der Bundesregierung ist von einem Rückgang des Individualverkehres und von ungefähr gleich gebliebenem Güterverkehr auf der Straße seit 2001 zu lesen.

Wir befürchten, dass wir uns irgendwann über diese Straße genauso ärgern werden wie über die in den 70er Jahren ausgebauten Ortsdurchfahrten, die man später mit viel Aufwand wieder zurückgebaut hat. Die Umgehungsstraße wird man aber kaum wieder zurückbauen können.

Wir stellen uns selbst ein Armutszeugnis aus, wenn uns gegen Lärm und Gestank von LKWs nichts anderes einfällt, als ihn auf mehr Straßen zu verteilen. Dies ist ein Herumdoktern an Symptomen, wo wir meinen, dass viel mehr an den Ursachen gearbeitet werden muss.

Und, nicht zuletzt: Müssten die LKWs für die tatsächlichen Kosten, die sie verursachen und die heute von der Allgemeinheit getragen werden (Straßenbau, Umweltschäden etc.) aufkommen, so würden sicher sehr viel schneller andere Lösungen gefunden werden.

Unser Kommentar dazu:

Sehr geehrte Frau Roeing-Franke,
Sie werfen den Grünen vor, "ewig gestrige Vermutungen und Unwahrheiten" zu verbreiten.

Wieso sind wir "ewig gestrig", wenn wir NEUE Zahlen fordern?

Sie haben recht mit dem Wort "Vermutungen". 
Wir vermuten, dass die Verkehrssituation an der B525 sich heute anders darstellt, als man vor 12 Jahren voraussehen konnte. 
Wir vermuten, dass die Anzahl der LKWs (und nur die könnte eine Umgehungsstraße aus dem Ort bringen - der hohe Anteil an selbstgemachtem PKW-Verkehr würde sowieso bleiben) sich heute nicht in den Größenordnungen abspielt, wie man damals geglaubt hat. 

  • Könnte es nicht sein, dass die Anzahl der durchfahrenden Lastwagen tatsächlich sinkt angesichts der beiden Kreisverkehre in Nottuln einerseits (die es vor 12 Jahren noch nicht gab) und der Ortsumgehung Lette andererseits (die es vor 12 Jahren auch noch nicht gab) (auch das fehlende Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum spricht gegen die Erhöhung des Schwerlastverkehrs)? 
  • Könnte es nicht sein, dass auch die Luftverschmutzung tatsächlich sinkt aufgrund besserer Motoren, Rußfilter etc.?
  • Kann es nicht vielleicht so sein, dass wir uns durch eine Umgehungsstraße wieder viele Lastwagen nach Nottuln holen, die ohne diese Straße ganz andere Wege nehmen würden? 
  • Könnte es nicht sein, dass diese Umgehungsstraße nur eine Scheinlösung für die Anwohner der B525 (deren Belastung wir nie bestritten haben und auch nie bestreiten werden) ist?
  • Gibt es heute vielleicht doch bessere Möglichkeiten, die Belastung durch LKWs an der Durchgangsstraße zu verringern (z.B. andere Verkehrsführung durch Beschilderung an der Autobahn) als durch der Bau dieser Umgehungsstraße, die viele neue Belastungen für Nottuln bringen wird?

Wir hätten gerne Antworten auf diese Fragen gehabt, bevor wir uns dieses Ungetüm von Umgehungsstraße in die Landschaft bauen lassen. Noch ist es früh genug. 
WIR haben Angst davor, dass die Entlastung des Ortskernes viel geringer ausfallen wird, als Sie es sich erhoffen.
Wovor haben SIE Angst? Vor der Wahrheit? Oder warum lassen Sie sich dazu herab, uns der Verbreitung von "Unwahrheiten" zu bezichtigen? Trotz aller gegensätzlichen Meinungen und Ihren verständlichen Emotionen sollten wir fair miteinander umgehen. 
Deshalb erwarte ich eine öffentliche Entschuldigung für diesen "Ausrutscher".

Sigrid Bürger

Westfälische Nachrichten, 27. Januar 2005

Grünen-Antrag zur Ortsumgehung abgelehnt
Ausschussmehrheit hält an Ratsbeschluss fest

-luw- Nottuln. Mit der Stimmenmehrheit von CDU und FDP bei Enthaltung der SPD hat der Gemeindeentwicklungsausschuss gestern Abend den Antrag der Grünen abgelehnt, wonach die Entscheidungsgrundlagen und der Beschluss zum Bau der Nottulner Umgehungsstraße neu überprüft werden. Die lebhafte Diskussion im Ausschuss nährt die Erwartung, dass die wegen der Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens neu aufkommende Debatte wie schon in den 90er Jahren hart geführt wird.
Wie berichtet, zweifeln die Grünen unter anderem die Prognosen des Verkehrsgutachtens von 1993 an und fordern daher, dass die Gemeinde ein eigenes Verkehrsgutachten in Auftrag gibt.

Roswitha Roeing-Franke (CDU) warf den Grünen vor, "ewig gestrige Vermutungen und Unwahrheiten" zu verbreiten mit dem Ziel, den Ratsbeschluss auszuhebeln und die Ortsumgehung zu verhindern. Die Grünen machten sich Sorgen um die Verlärmung im Norden Nottulns, nähmen aber die Verlärmung im Ortskern einfach in Kauf. "Dass in der Ortsdurchfahrt drei Meter vom Schlafzimmerfenster entfernt Gefahrgutunfälle passieren können, sagen sie nicht. Scheinbar ist niemand von den B 525-Anwohnern schützenswert", erklärte Roeing-Franke unter Beifall von Anliegern der Ortsdurchfahrt. Die Politikerin verwies auf Aussagen des Landesbetriebs Straße, wonach für das Planfeststellungsverfahren aktuelle Verkehrszahlen berücksichtigt werden, und auf das Angebot der Behörde, bei Zweifeln neue Untersuchungen zu machen. Ein eigenes Gutachten der Gemeinde (Kosten rund 10 000 Euro) sei überflüssig.

Dieser Meinung war auch Helmut Walter (FDP). Die Argumente der Grünen basierten nur auf Vermutungen.

Dagegen betonte Richard Dammann (Grüne), dass das Gutachten von 1993 zu weit in der Vergangenheit liege. "Wir müssen Zahlen haben, die stimmen, um die Diskussion sachlich zu führen."

Renate Brülle-Buchenau (SPD) warb dafür, im Rahmen der Planoffenlegung nochmals genau zu prüfen, was eventuell verbessert werden kann.

Auf Nachfrage von Roswitha Roeing-Franke erklärte Bürgermeister Peter Amadeus Schneider, dass der Ratsbeschluss von 1997 für die Umgehungsstraße von seiner Rechtskraft nichts verloren habe. Er als Bürgermeister Werde die Beschlüsse des Rates loyal umsetzen. Schneider geht es darum, Polemik und Emotion zu vermeiden und die Diskussion fair und sachlich zu führen. Es gelte alles zu tun, um die drohende emotionale Spaltung des Ortes zu vermeiden. Er persönlich stünde der zu erwartenden entlastenden Wirkung der Ortsumgehung sehr skeptisch gegenüber, so der Bürgermeister. Das ändere aber nichts an seiner Loyalität. "Sie werden von mir auch Argumente pro Umgehung hören.",

Wie Fachbereichsleiter Hermann Volkmer mitteilte, plant die Bezirksregierung nach jetzigem Stand die Planoffenlegung für Ende Februar.

 
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