Westfälische Nachrichten, 6. Juni 2008
Er kommt: "Nottulner Nachbus" am Freitag
Antrag von Jugendlichen findet im Ausschuss Gehör/Einjährige Testphase beschlossen
Nottuln - Teilerfolg für die Nottulner Jugend: Zum Fahrplanwechsel für 2009 wird es einen „Nottulner Nachtbus“ geben, der in der Nacht von Freitag auf Samstag um circa 2.30 Uhr vom Bahnhof Appelhülsen über Schapdetten und Nottuln bis nach Darup fährt. Darauf hat sich am Mittwoch einstimmig der Ausschuss für Gemeindeentwicklung verständigt. Der Betrieb dieser gemeindeinternen „Nachtbus-Strecke“ ist zunächst für eine einjährige Probezeit vorgesehen, um den Bedarf zu ermitteln. Voraussetzung ist, dass die Gemeinde die erforderlichen Kosten in Höhe von rund 4800 Euro im Rahmen der Etatplanung 2009 auch aufbringen kann.
18 Jugendliche aus der Gemeinde hatten in einem gemeinsamen Antrag die seit vielen Jahren diskutierte Forderung nach einem Freitags-Nachtbus noch einmal aufgegriffen und Vorschläge für eine gemeindeinterne Lösung erarbeitet. Die bevorzugte Lösung: eine Busfahrt um 23 Uhr von Darup in Richtung Appelhülsen und zwei Rückfahrten um 23.30 Uhr und um 2.30 Uhr vom Bahnhof Appelhülsen über Schapdetten, und Nottuln bis nach Darup. Die Minimal-Lösung: eine Busfahrt um 2.30 Uhr von Appelhülsen über Schapdetten und Nottuln nach Darup.
Bürgermeister Peter Amadeus Schneider betonte, dass diese Busverbindung für die Jugendlichen eine hohe Bedeutung habe. Er plädiere dafür, das Anliegen zu unterstützen. Das sei zwar kein richtiger Nachtbus, sei aber nach der letzten Zugankunft in Appelhülsen eine Möglichkeit, die Ortsteile miteinander zu verbinden.
Grundsätzlich konnten alle Fraktionen den Wunsch der Jugendlichen nicht nur nachvollziehen, sondern hielten ihn auch für sinnvoll. Für die von den Jugendlichen gewünschte große Lösung machte sich aber nur Bündnis 90/Die Grünen stark. Vor dem Hintergrund der angespannten Finanzsituation der Gemeinde beschlossen die anderen Parteien die kleine Lösung, wobei nach Ansicht von Brigitte Kleinschmidt (UBG) die Minimallösung schon die Optimallösung darstellt.
Weil es sich um ein freiwilliges Angebot der Gemeinde handelt, war es für CDU und FDP wichtig, dass sich die Nutzer dieser Busverbindung über einen Sonderbeitrag (1,50 Euro) an den Kosten beteiligen. Dafür müsse die Gemeinde bei der Bezirksregierung eine Genehmigung für einen Sondertarif beantragen, was nicht unproblematisch sei, äußerte sich die Gemeindeverwaltung eher skeptisch zu den Erfolgsaussichten.
Nach dem Beschluss von Mittwoch wird die Gemeindeverwaltung nun alles Erforderliche in die Wege leiten, damit zum nächsten Fahrplanwechsel diese Busverbindung in Betrieb gehen kann.
VON Ludger Warnke |