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März 2008

Die Fakten:
Vandalismus, Gewaltbereitschaft und Gewalt unter Jugendlichen machen auch vor Nottuln nicht halt.

  • Kinder werden von Jugendlichen angepöbelt oder sogar tätlich angegriffen.
  • Die Jugendherberge sieht keinen anderen Ausweg mehr, der Gewalt und des Vandalismus Herr zu werden als ihr Gelände einzuzäunen.
  • Schulhausmeister sind an jedem Montag Morgen damit beschäftigt, Scherben und Unrat vom Schulgelände zu entfernen.
  • Der Schulhof in Appelhülsen soll neu gestaltet werden - es wird befürchtet, dass er binnen kürzester Frist von randalierenden Jugendlichen wieder zerstört wird.
  • ...

Das Ziel:

Es nützt nichts, Zäune um öffentliche Gelände aufzustellen oder Kameras oder Wachdienste zu organisieren. Dies kann allenfalls eine kurzfristige "Zwischenlösung" sein. Dies sind nur hilflose Versuche, diesem Problem Herr zu werden. Probleme werden nur auf andere Orte verschoben oder es wird noch mehr Gewalt und Vandalismus erzeugt.

Die einzige längerfristige Lösung dieses Problems sehen wir darin, allen Jugendlichen in Nottuln die Chance zu geben, sich zu integrieren. Wir müssen sie da abholen, wo sie stehen und nicht warten, dass sie von alleine kommen.

  • Viele Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit in - von Erwachsenen - organisierten Freizeitangeboten (Sport, Musik, Kultur...). Vereine, Organisationen und ehrenamtlich tätige Menschen, die dies ermöglichen, sind zu unterstützen wo immer es möglich ist.
     
  • Kinder und Jugendliche brauchen die "offene" Jugendarbeit, das heißt, ein Haus, in dem sie ohne verbindliche Anmeldungen kommen und gehen können. Hier können sie sich treffen, können einfach nur "abhängen", selbst Aktivitäten organisieren oder unterschiedliche Angebote annehmen (Hausaufgabenbetreuung, Freizeitprojekte, Jugenddisco, u.v.m.). In Nottuln besteht diese von Sozialarbeitern betreute Einrichtung, die auch in den Ortsteilen tätig ist.
     
  • Kinder und Jugendliche brauchen "Spielplätze"/Treffpunkte, wo sie sich jenseits elterlicher oder sonstiger "Erwachsenen"-Aufsicht treffen können.
     
  • und - vielleicht das Wichtigste in der oben angesprochenen Problematik - wir brauchen "aufsuchende Jugendarbeit", sprich Streetworker, die die Jugendlichen, die all diese Angebote nicht annehmen können oder wollen, gleichwohl aber Frust und Langeweile haben, da abholen, wo sie sind, - nämlich auf der Straße.

Die Umsetzung:

Angesichts der knappen Kassen gilt es, möglichst "preiswert" diese Ziele zu erreichen, Gelder umzuverteilen und nach Lösungen zu suchen, die im eher ideellen Bereich liegen.

  • Heute unterstützen wir die Sportvereine in hohem Maße, indem ihnen Sporthallen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Jedoch werden hiermit nicht nur Kinder und Jugendliche unterstützt, sondern auch jeder gut verdienende Junggeselle, der montags für viel Geld ins Fitness-Center geht und mittwochs fast kostenlos Badminton im Verein spielt.
    Hier gilt es zielgerichteter zu fördern, indem eine - spürbare - Hallennutzungsgebühr erhoben wird, gleichzeitig aber der Zuschuss für jedes nicht-erwachsene Mitglied im Sportverein spürbar erhöht wird. Natürlich sind analog auch die Zuschüsse für Kinder- und Jugendarbeit in kulturellen oder sonstigen Vereinen zu erhöhen.

  • Notwendig ist es auch, denen, die diese ehrenamtliche Kinder- und Jugendarbeit betreiben, die notwendige Infrastruktur zu Verfügung zu stellen. Wir müssen mit allen Mitteln darauf hinarbeiten, die dringend notwendige Sporthalle in Appelhülsen zu bauen. Aber nach wie vor gilt: Lieber eine Zweifachturnhalle als gar keine. Und: diese Sporthalle kostet zwar viel Geld, - Geld, das wir eigentlich nicht haben; aber die Ergebnisse einer nicht mehr vorhandenen Kinder- und Jugendarbeit werden uns noch viel mehr Geld kosten, - Geld, das wir dann auch nicht haben, aber dennoch ausgeben müssen.

  • Spielplatz - s. Skateranlage

  • In Zusammenarbeit mit der "offenen Jugendarbeit" muss ein Weg gefunden werden, nicht nur eine "Haus-gebundene" offenen Jugendarbeit zu betreiben sondern auch "aufsuchende" Jugendarbeit. Möglichst das eine zu tun ohne das andere zu lassen; aber im Zweifel auch die Prioritäten neu zu setzen.

 

 
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