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25.  Januar 2008 , Westfälische Nachrichten

Konsens gefunden

Nottuln. Die Gemeinde Nottuln und die vier großen Sportvereine DJK Grün-Weiß Nottuln, SV Arminia Appelhülsen, SV Borussia Darup und SV Fortuna Schapdetten haben sich auf einen Weg verständigt, wie sich diese vier Vereine künftig an den Nebenkosten der Sporthallen beteiligen könnten. Der Konsensvorschlag lautet: Die Vereine zahlen künftig 100 Euro pro Halleneinheit und Monat.

Ein Beispiel: Der Sportverein DJK GW Nottuln nutzt die Halle am Niederstockumer Weg (eine Einheit), die Halle am Hallenbad (zwei Einheiten) und die Mehrzweckhalle des Gymnasiums (drei Einheiten). Insgesamt nutzt die DJK also sechs Halleneinheiten. Dafür fallen monatlich 600 Euro Nebenkostenbeteiligung an, pro Jahr sind das dann 7200 Euro.

Damit sich die Vereine auf diese Kostenbelastung peu à peu einstellen können, wurde eine Staffelung vereinbart, erläuterte Beigeordneter Klaus Fallberg auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Kostenbeteiligung, die zum 1. April eingeführt werden soll, beträgt im ersten Jahr 50 Prozent (= 50 Euro), im zweiten Jahr dann 75 Prozent (= 75 Euro) und ab 2010 dann 100 Prozent (100 Euro).

Der Konsenslösung zwischen den vier Vereinen und der Gemeindeverwaltung muss die Politik noch zustimmen. Der Ausschuss für Familie, Soziales, Bildung und Freizeit wird sich am Dienstag nach Rosenmontag (5. Februar) in öffentlicher Sitzung mit dem Thema befassen (Sitzungsbeginn 19 Uhr, von-Aschebergsche Kurie).

Erfreulich ist für den Nottulner Beigeordneten, dass diese Lösung nur einen sehr geringen Verwaltungsaufwand erfordert. Allerdings seien die Einsparungen für den Gemeindehaushalt eher gering, weshalb diese Regelung nur ein Einstieg sein könne.

Nach Auskunft der Verwaltung könnte der Gemeindehaushalt in diesem Jahr mit 4050 Euro von der neuen Regelung profitieren, 2009 wären es dann 8100 Euro, ab 2010 dann jährlich 10 800 Euro, festgeschrieben für zunächst fünf Jahre.

VON LUDGER WARNKE, NOTTULN

Januar/Februar 2008  Konsens gefunden?

Es war vorerst vom Tisch, das Thema (s. Juni 2007, Ratsbeschluss).

Und jetzt ist es wieder da. Weil die Sportvereine einen Vorschlag gemacht haben, wie sie sich an den Kosten der Sporthallen beteiligen können. Dies ist zunächst erstmal löblich. Auch die Sportvereine haben eingesehen, dass die Sporthallenunterhaltung Geld kostet, und sich der Sporttreibende zumindest ein bisschen an den Kosten beteiligen sollte.

Schaun wir uns die Vorschläge der Sportvereine genauer an:

Sie schlagen vor, dass sie Gebühren bezahlen auf Grundlage der Halleneinheiten, die sie nutzen. Also: Die DJK nutzt 6 Halleneinheiten, deshalb zahlt sie für diese 6 Halleneinheiten.
Hört sich erstmal logisch an.
Aber hört sich auch an, als würden sie diese 6 Halleneinheiten mieten. Egal, ob sie sie nutzen oder nicht.
Fragt man sich: Welchen Anspruch können sie dann daraus ableiten? Vielleicht sogar, dass sie bestimmen dürfen, wer in Zukunft diese Halleneinheiten wie und wann nutzt?

Dies ist kein guter Vorschlag.

Sporthallen sind in Nottuln ein knappes Gut.
Die Gemeinde kann nicht pauschal Nutzungsrechte von Sporthallen an EINEN Sportverein geben.

Es ist unabdingbar, dass eventuelle Sporthallengebühren mit der tatsächlichen Nutzung der Halle gekoppelt werden!

Nur dann haben die Sportvereine auch einen Grund, bewusst und bedacht mit der Nutzung umzugehen. Und jeder Sportverein hat die gleichen Rechte und Pflichten bei der Nutzung von Sporthallen, egal wo sich diese befinden. Zum Beispiel muss auch der Appelhülsener Sportverein in Zukunft die Möglichkeit haben, in den Sporthallen von Nottuln zu trainieren, eben weil Appelhülsen leider eine sehr viel ungünstigere Hallensituation hat wie Nottuln.
Wir sähen da in der Nutzungs-Konkurrenz der Vereine große Probleme auf uns zukommen, wenn zum Beispiel die DJK pauschal für 6 Halleneinheiten bezahlte.

Unsere Meinung: Lieber heute ganz auf die Gebühr verzichten, als die Sporthallen pauschal für einen doch sehr geringen Beitrag an einzelne Vereine zu "vermieten".

Wir werden GEGEN diesen Vorschlag stimmen.

Nach wie vor stehen wir zu unserem Antrag, den wir im letzten Jahr gestellt haben, und der leider nicht angenommen wurde.

Er hätte zum Beispiel im Falle der DJK eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge für die Erwachsenen von 10 € IM JAHR (bei gleichbleibenden Beiträgen für Kinder und Jugendliche) bedeutet und jeder Sportverein hätte genau für die Halleneinheiten bezahlen müssen, die er auch nutzt.

Dass dies ein Beitrag ist, den die Mitglieder der Sportvereine nicht hätten tragen können, zweifeln wir doch sehr stark an.

Zum ersten Januar 2008 hat zum Beispiel die Fußballabteilung der DJK (s. www.gruenweiss-nottuln.de) ihre Beiträge um 24 € pro Jahr für Erwachsene und 18 € für Kinder und Jugendliche erhöht - völlig unbeachtet von der Öffentlichkeit und auch anscheinend ohne Proteste aus der Abteilung. Dies ist kein Grund für uns, auch Hallengebühren zu erheben, zeigt aber, dass die Mitglieder sehr wohl bereit und in der Lage sind, höhere Gebühren zu tragen, wenn sich die Notwendigkeit ergibt - ohne dass der Sportverein gleich "den Bach runtergeht" ...

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