12.12.2006: Rede des Kämmerers Klaus Fallberg zur Einbringung des Haushaltes 2007 (Im Wortlaut):
Herr Bürgermeister,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
als ich am 14.02. dieses Jahres hier vor Ihnen stand, habe ich ganz bewusst auf das Zeigen von Folien und das Erklären von Haushaltsansätzen verzichtet. Damals war mir wichtiger, nachdenklich zu machen, neue Wege aufzuzeigen.
Heute, 10 Monate später, kann ich sagen, dass Bewegung in die Sache gekommen ist, dass man die Gedanken zu Umstrukturierungsmaßnahmen in der Verwaltung, zu verstärkter interkommunaler Kooperation und zu einem stärkeren Aufgreifen bürgerschaftlichen Engagements nicht in der Schublade hat verschwinden lassen, sondern dass die Prozesse begonnen haben. Begonnen haben – mehr ist in der Kürze der Zeit auch nicht zu erwarten gewesen.
Aber es gibt gravierende organisatorische Veränderungen im Prozessablauf der Verwaltung, es gab und gibt intensive Gespräche mit den Bürgermeistern der umliegenden Kommunen, die tatsächlich zu einer stärkeren Zusammenarbeit führen können und an der Realisierung einer Bürgerstiftung wird ganz konkret gearbeitet.
Diese kleinen Erfolge, meine sehr geehrten Damen und Herren, machen Mut und zeigen, dass wir uns in Nottuln auf den Weg gemacht haben. Und das hat mich veranlasst, mich in diesem Jahr wieder verstärkt den Zahlen zu widmen und Ihnen die wesentlichen Aussagen des Haushaltes 2007 in einigen wenigen Folien zu präsentieren.
Bevor ich das aber tue, möchte ich mich ganz herzlich bei Frau Block und Ihrem Team von der Kämmerei und bei allen, die dazu beigetragen haben, dass heute der Haushalt eingebracht werden kann, bedanken.Beginnen wir mit den Kernaussagen. An dem Wort Positiv können Sie erkennen, dass es auch Negative gibt. Aber ich finde es höchst erfreulich, dass es in diesem Jahr überhaupt Positive gibt.
Kernaussagen (Positiv):
- Kein Haushaltssicherungskonzept erforderlich
- Steuersätze bleiben unverändert
- Keine Kreditaufnahme in 2007 geplant
- Personalaufwendungen reduziert und gedeckelt
- Sachaufwendungen reduziert
- Steuern und Schlüsselzuweisungen steigen
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Kernaussagen (Negativ):
- Kein Haushaltsausgleich bis 2010
- Jahresdefizit 2,46 Mio. € = Entnahme allgem. Rücklage
- Allgemeine Rücklage wird weiter aufgezehrt
- Starker Liquiditätsverlust
- Kreditaufnahmen in 2008 u. 2009 erforderlich
- Kreisumlage steigt kontinuierlich
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Gesamtergebnis:
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2006 |
2007 |
Differenz |
| Erträge |
22.005.418 € |
23.939.265 € |
+1.933.847 € |
| Aufwendungen |
25.827.330 € |
26.395.102 € |
+567.772 €
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| Gesamt |
- 3.821.912 € |
- 2.455.837 € |
+ 1.366.075 € |
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Wesentliche Erträge:
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2006 |
2007 |
Differenz |
| Steuern und
ähnliche Abgaben |
12.436.772 € |
14.061.792 € |
+ 1.625.020 €
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| Zuwendungen und allgem. Umlagen |
4.445.794 € |
4.836.515 € |
+ 390.721 € |
| Öffentl.-rechtliche Leistungsentgelte |
2.838.754 € |
2.922.757 € |
+ 84.003 € |
| Sonstige ordentliche Erträge |
1.133.102 € |
1.023.652 € |
- 109.450 €
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| Gesamt |
20.854.422 € |
22.844.716 € |
1.990.294 € |
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Wesentliche Aufwendungen:
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2006 |
2007 |
Differenz |
| Transferaufwendungen |
10.598.533 € |
11.608.533 € |
+ 1.010.000 € |
| Sach- und Dienstleistungen |
6.561.989 € |
6.358.409 € |
- 203.580 € |
| Personalaufwendungen |
3.942.587 € |
3.828.604 € |
- 113.983 € |
| Abschreibungen |
2.225.940 € |
2.220.603 € |
- 5.337 € |
| Sonstige ordentliche Aufwendungen |
1.271.596 € |
1.095.040 € |
- 176.556 € |
| Gesamt |
24.600.645 € |
25.111.189 € |
+ 510.544 € |
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Noch einmal Gesamtergebnis...
| Erträge |
23.939.265 € |
| Aufwendungen |
26.395.102 € |
| Defizit |
2.455.837 € |
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Entwicklung "Allgemeine Rücklage"
| 01.01.2007 |
59.995.967 € |
| Entnahme |
2.455.837 € |
| 31.12.2007 |
57.540.130 € |
| Entnahme 2008 |
3.423.768 € |
| Entnahme 2009 |
1.987.880 € |
| Entnahme 2010 |
1.862.000 € |
| 31.12.2010 |
50.266.482 € |
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In diesem Zusammenhang ist ein Blick auf die Liquidität der Gemeinde ganz wichtig. Nach unserer derzeitigen Planung haben wir bereits ab dem Jahr 2009 ein Liquiditätsproblem. Rund 250.000 € könnten uns fehlen und nur über teure Kassenkredite kompensiert werden.Allerdings muss ich dazu sagen, dass sich die im Vorbericht dargestellten Aussagen zur Liquidität zum Stichtag 31.12. noch verändern werden. Deshalb habe ich auch auf eine Präsentation dieser Zahlen verzichtet. Wir werden zum Haupt und Finanzausschuss am 6. Februar die aktuellen Zahlen liefern können.Spätestens 2010 werden wir aber in akute Liquiditätsprobleme geraten – nach unserer heutigen Planung, die in einem halben Jahr schon wieder Makulatur sein kann. Der Bund, das Land und der Kreis spielen da die entscheidenden Rollen.
Allerdings planen wir, trotz der schwierigen Finanzsituation, einige Investitionen in die Zukunft, die ich Ihnen nachfolgend gerne präsentieren möchte:
Wichtige Investitionen (2007 - 2010)
2007
- Gewerbegebiet Beisenbusch
- Straßenbau 3.BA Appelhülsen Nord II
- Anbau Feuerwehrgerätehaus Schapdetten
- Endausbau Otto-Hahn-Straße
- Schulküche Hauptschule
2008
- Optimierung Lärmachutz Appelhülsen
- Gewerbegebiet Beisenbusch
- Feuerlöschfahrzeug Feuerwehr Appelhülsen
- Endausbau Straßen Appehülsen Nord II, 2. BA
2009
- Gewerbegebiet Beisenbusch
2010
- Gewerbegebiet Beisenbusch
- Computerraum Hauptschule
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Einige Investitionen werden Sie jetzt bestimmt vermissen:
Als Beispiele nenne ich nur die sogenannte Netzschlusslösung für das Baugebiet Fasanenfeld II, den Hochwasserschutz für Darup und Schapdetten, die räumliche Unterbringung der Verwaltung und die Sporthalle in Appelhülsen. Für letzteres Projekt haben wir auftragsgemäß eine Parallelrechnung erstellt, die Sie im Haushaltsentwurf finden werden. Wir haben dafür in 2007 die Planungskosten und in 2008 die Baukosten dargestellt. Ab 2009 würden die jährlichen Aufwendungen bei rund 190.000 € liegen und den Haushalt der Gemeinde Nottuln in den nächsten 20 Jahren belasten.
Meine Damen und Herren, ich weiß, wie hoch Ihr Verantwortungsgefühl für die Menschen in dieser Gemeinde und für die finanziellen Möglichkeiten der Verwaltung sind und bitte Sie daher, sehr sorgsam bei Ihrer Entscheidung für oder gegen eine Sporthalle in Appelhülsen vorzugehen und die Chancen und Risiken sorgfältig gegeneinander abzuwägen.Ich bin davon überzeugt, dass Sie eine ausgewogene Entscheidung treffen werden und freue mich, mit Ihnen in die Diskussionsrunden zum Haushalt 2007 einzusteigen.
Zum Wohle unserer Gemeinde.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! |