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7. Dezember 2006, Westfälische Nachrichten

"Herber Tiefschlag" für die Vereine
Anäherung bei den Sporthallengebühren nicht in Sicht

Nottuln. in der Diskussionüber die Einführung von Hallennutzungsgebühren in Nottuln zeichnet sich zwischen der Gemeinde und den Sportvereinen keine Annäherung ab. Wenige Tage vor dem nächsten Treffen der Gemeindeverwaltung mit den Sportvereinen am 13. Dezember hat sich der Gesamtvorstand der DJK Grün-Weiß Nottuln mit diesem Thema befasst und klar gegen die Einführung dieser Gebühren Position bezogen. Bereits vor kurzem im Sozialausschuss hatten sich Helmut Walter als Vorsitzender und Josef Dirks als Jugendobmann der Fußballabteilung vehement gegen eine Hallennutzungsgebühr ausgesprochen. "Der Gesamtvorstand schloss sich dieser Einschätzung an und brachte deutlichen Unmut und Unverständnis über die Absichten der Gemeinde zum Ausdruck. Diese Schröpfung des Ehrenamtes will man in den Vereinen nicht hinnehmen", erklärte die DJK gestern in einer Prossemitteilung,

Plakativ werde Im Gemeinderat das Ehrenamt gefordert und gelobt, um dann aber in der nächsten Entscheidung die an anderen Stellen erzeugten finanziellen Lasten eben dieser Gruppe der in den Vereinen ehrenamtlich tätigen Bürger aufzubürden, heißt es in der Mitteilung. Allein im Sportverein DJK Grün-Weiß Nottuln seien es über 120 Übungsleiter/Betreuer, die allwöchentlich rund 1000 Kinder betreuen und beschäftigen. "Diese soziale Verantwortung, die hier übernommen wird, ist nicht selbstverständlich. Immerhin ist es die Gemeinde Nottuln, die sich ihrer Infrastruktur im Sport- und Vereinssektor rühmt und damit Neubürger für Nottaln zu begeistern sucht", erklärt der DJK-Vorstand.

In diesem Bewusstsein habe bisher eigentlich ein gutes Einvernehmen mit der Gemeinde bestanden. Umso mehr seien die Sportvereine jetzt schockiert, dass sie nun zur Sanierung des maroden Haushalts der Gemeinde herhalten sollen. Für diese Schieflage des Gemeindehaushalts seien nicht die Vereine verantwortlich.

Der DJK-Gesamtvorstand verweist darauf, dass bereits seit Jahren die finanziellen Belastungen der Vereine in Nottuln steigen. "Seit 1999 tragen die Vereine ausschließlich die Unterhaltung der Vereinsgebäude und die laufenden Kosten für Strom, Wasser und Heizung für die Vereinsheime mit den Umkleiden ebenso wie für die Außenanlagen. Zwar entrichtet die Gemkäde Nottuln Zuschüsse pro Jugendlichen in Höhe von 11 Euro im Jahr; diese Zuschüssen reichen jedoch nicht einmal mehr aus, um die laufenden Bewirtschaftungskosten zu decken", erklärt der Vorstand.

Jetzt hätten sich die Sportvereine auch noch bereit erklärt, die Pflege der Außenanlagen selbst zu organisieren und auch auszuführen. Der Wert dieser Tätigkeit wird im Nottulner Gemeindehaushalt immerhin mit 40.000 Euro beziffert. "Dass diese Tätigkeit eine zusätzliche Belastung der ehrenamtlichen Vereinsmitglieder ist, wird als selbstverständlich hingenommen. Hier ist der Bogen langsam überspannt. Offenbar will man in und Verwaltung das Risiko eingeben, dass diese gesellschaftliche Stütze unseres Gemeinwohls in Nottuln wegbricht", kritisiert der Vorstand von GW Nottuln.

Der Gesamtvorstand habe zur Kenntnis genommen, dass der geschäftsführende Vorstand eine einvernehmliche Lösung In Gesprächen mit der Gemeinde und Vertretern des Rates gesucht habe. Der Ausgang dieser Gespräche habe aber Ernüchterung erzeugt.Über ein Nutzungsentgelt von 1 Euro pro Nutzungsstunde einer Halleneinheit sollte nachgedacht werden. Bezogen auf die zahlenden Mitglieder in den Vereinen hätte selbst dies eine Belastung von bis zu 10 Euro zusätzlich ausgemacht. Nun diskutiere der Gemeinderat auf einer Basis von 4 Euro, "die eine Belastung nach sich zieht, die die Vereine nicht in der Lage und auch nicht Willens sind zu erbringen".

Für die DJK Grün-Weiß Nottuln, so betont der Vorstand, sei nun die bisherige Diskussionsgrundlage hinfällig. Und DJK-Vorsitzender Helmut Walter erklärt: "Im ersten Anlauf hat die Gemeindeverwaltung den Vereinen einen herben Tiefschlag verpasst. Wenn sie auf dieser Basis das K.o. der Vereine in Kauf nimmt, sehe ich eine grausige soziale Kälte in Nottuln aufsteigen."

Westfälische Nachrichten, 9. November 2006

Streit um die Hallengebühren
DJK fordert weitere Gespräche / Neuregelung soll nun zum 1. Januar 2008 kommen
Von Frank Vogel

Nottuln. Die Sportvereine sind einverstanden, ab 2007 vier Euro Hallennutzungsgebühr pro Stunde zu entrichten und die Pflege- und Reparaturarbeiten auf den Sportanlagen zu übernehmen. Wer geglaubt hatte, dass dieser Beschlussvorschlag der Verwaltung im Sozialausschuss am Dienstag durchgewunken werden würde, muss geträumt haben. Eine Nutzungsgebühr für das nächste Jahr lehnen wir kategorisch ab, einen Konsens hat es in den Gesprächen mit der Verwaltung nicht gegeben. Wir haben signalisiert, dass wir was machen können, aber keinen Betrag genannt. Helmut Walter machte als Vorsitzender der DJK Grün-Weiß Nottuln deutlich, dass solche Pläne seiner Meinung nach nicht durchzusetzen sind.
Beigeordneter Klaus Fallberg hatte noch einmal erklärt, dass die Verwaltung die leeren Kassen der Gemeinde und die von der Politik im freiwilligen Haushaltskonsolidierungskonzept gemachte Vorgabe, auch die Sportvereine an den gemeindlichen Sparmaßnahmen zu beteiligen, im Blick habe: Wir wollen so viel und so früh wie möglich etwas für den Gemeindeetat tun. Die konkreten Vorschläge gingen den Politikern dann aber doch zu weit. Die Übernahme der Pflege- und kleineren Reparaturarbeiten auf den Sportanlagen könne man den Vereinen zumuten (und so immerhin bereits 40000 Euro einsparen). Für die Hallennutzungsgebühren aber schlugen CDU und SPD vor, diese erst ab 2008 und dann in kleinen Schritten einzuführen, wenn möglich die Jugendlichen zu entlasten, indem man die gekürzte Jugendförderpauschale wieder anhebt.
Letzteres schlug auch Ursula Boldt-Hübner (UBG) vor, machte aber unmissverständlich deutlich, dass man nicht ein Konsolidierungskonzept beschließen könne und dann, wenn die Sparziele umgesetzt werden sollen, sich zurückzieht, weil es Widerstand gibt. Ihre Fraktion wollte die Nutzungsgebühr bereits zum 1. Juli 2007 einführen, ließ sich aber von Helmut Walter überzeugen, dass die Vereine die notwendigen Änderungen ihrer Gebührensatzungen schon aus technischen Gründen nicht mehr in diesem Jahr umsetzen können. Bis zu den Mitgliederversammlungen Anfang des Jahres könne man das nicht leisten. Über die neuen Gebühren müsse man noch einmal mit Verwaltung und Politik reden.
Einstimmig beschloss der Ausschuss auf Vorschlag von Walter, in weiteren Gesprächen nach einem Konsens zu suchen. Dies, so waren sich die Politiker einig, soll bis zum 30. Juni 2007 geschehen. Danach soll über die genauen Modalitäten der Einführung einer Hallennutzungsgebühr zum 1. Januar 2008 entschieden werden egal, ob es einen Konsens gibt oder nicht. Die Pflege- und kleineren Reparaturarbeiten auf den Sportanlagen sollen die Vereine ab dem 1. Januar 2007 übernehmen.

Westfälische Nachrichten, 9. November 2006

Frust: "Jetzt kämpfen wir gegen die Gemeinde"
Kritik an den Sparplänen des Rates

-fv- Nottuln. Mit einer leidenschaftlichen Rede meldete sich Josef Dirks, Fußballabteilungsleiter der DJK Grün-Weiß Nottuln, in der Sozialausschusssitzung zu Wort: Ich arbeite jetzt seit 15 Jahren ehrenamtlich mit, aber heute ist das nur noch Kampf und Krampf. Erst mussten wir gegen die Nachbarn für unsere Sportanlage streiten, jetzt kämpfen wir gegen die Gemeinde. Die Sportvereine leisteten alles ehrenamtlich, allein im Nottulner Fußball über 100 Stunden in der Woche. Hinzu kommen Turniere und Engagements bei nicht-sportlichen Veranstaltungen. Wenn Sie das alles hauptamtlich machen lassen, weil die Ehrenamtlichen keine Motivation mehr haben, wird das sehr teuer für die Gemeinde.
Dirks gab zu bedenken, dass die 64000 Euro, die die Gemeinde durch die Hallennutzungsgebühren einsparen würde, nach seinen Berechnungen nur 0,3 Prozent des Gesamthaushaltes ausmachen. Diese Summe ist es nicht wert, dass das ganze gesellschaftliche Gefüge auf eine harte Probe gestellt wird, ergänzte Helmut Walter, Vorsitzender der DJK Grün-Weiß Nottuln. Zumal die Vereine die Bewirtschaftungskosten für Umkleiden und Vereinsheime bereits seit einigen Jahren aufgedrückt bekommen haben. Diese Kosten fressen die gemeindlichen Zuschüsse für die Jugendlichen auf, rechnete Walter vor.
Die Gemeinde erwarte doch höhere Steuereinnahmen, da müsse man nicht die Sportvereine belasten, meinte Walter. Richtig sei, dass man in diesem und im nächsten Jahr hohe Steuereinnahmen erwarte, bestätigte Kämmerer Klaus Fallberg. Aber die könnten allenfalls dazu dienen, das Loch in der Gemeindekasse ein wenig kleiner zu machen. Das gibt uns nicht die Luft, das Haushaltskonsolidierungskonzept in die Schublade zurückzulegen, erklärte auch Andreas Winkler (SPD). Und es gebe schließlich nicht nur die Sportvereine.
Das sahen auch die andern Politiker so, auch wenn sie die Arbeit der Vereine ausdrücklich lobten und dieses Lob sogar eigens im Sparbeschluss vermerkten.

Westfälische Nachrichten, 4. November 2006

Sportler sollen 64000 Euro zahlen

-fv- Nottuln. Die Sportförderung in der Gemeinde Nottuln soll auf neue Beine gestellt werden. Am Dienstag (7. November) wird sich der Sozialausschuss in öffentlicher Sitzung ab 19 Uhr in der Aschebergschen Kurie mit dem Thema beschäftigen. Die Frage: Wie können die Sportvereine dazu beitragen, die angespannte Haushaltslage der Gemeinde zu verbessern?
Zwei Treffen hat es mit den Verantwortlichen der Vereine gegeben. Die Verwaltung betont, dass diese Treffen von einem hohen Maß an gegenseitigem Respekt und Verständnis für die jeweiligen Argumente gekennzeichnet waren. Das Ergebnis hat sie in der Beschlussvorlage festgehalten, auf deren Grundlage die Politiker am Dienstag entscheiden sollen. Danach sollen die Vereine ab dem 1. Januar 2007 für die Nutzung der Mehrzweck-, Sport- und Turnhallen einen Betriebskostenzuschuss von vier Euro pro Stunde je Halleneinheit zahlen. Nach heutigem Stand geht die Verwaltung davon aus, auf diesem Weg jährlich 64000 Euro zu sparen.
Außerdem soll die Verwaltung beauftragt werden, ebenfalls zum 1. Januar 2007 mit den Sportvereinen eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von Pflegearbeiten auf den Außensportanlagen abzuschließen. Dabei soll die Pflege der Kunstrasen-, Rasen- und Tennenplätze wie gehabt in der Hand des Baubetriebshofes bleiben. Die Vereine aber sollen die Flächen außerhalb der eigentlichen Sportplätze (also Wege, Gartenanlagen, Abstellplätze etc.) pflegen. Gehölzschnitt, Winterdienst, Müllbeseitigung und Ähnliches ist dort zu erledigen. Das würde zu einer Reduzierung der Ausgaben beim Bauhof von 40000 Euro pro Jahr führen.
Schließlich sollen die Vereine auch die laufende Unterhaltung der Gebäude im Rahmen von Schönheitsreparaturen und kleinerer Reparaturen bis zu einem Rechnungsbetrag von 250 Euro (maximal 1000 Euro pro Jahr) übernehmen. Damit würde die Gemeinde 3000 Euro jährlich sparen.
Der Vorschlag, Einnahmen aus Bandenwerbung, Sponsoring oder dem Verkauf von Essen und Trinken bei Sportveranstaltungen zur Konsolidierung des gemeindlichen Haushalts zu nutzen, wurde verworfen. Man befürchtet, dass die Geldgeber ihr Engagement reduzieren oder beenden, wenn ihr Geld nicht den Vereinen zufließt, sondern Haushaltslöcher stopfen würde.
Der Sportverein Fortuna Schapdetten hat seine Bedenken gegen die weitere Belastung der ehrenamtlich tätigen Vereine in einem Schreiben noch einmal deutlich gemacht.

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