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Westfälische Nachrichten, 9. Februar 2010

Ja zum Repowering bleibt

Nottuln - Am Montag trafen sich Bündnis 90/Die Grünen mit Prof. Wolfgang Köhnlein und Paul Lülf-Niehoff, beide Geschäftsführer der Windkraftanlagen Baumberge GmbH, die die Anlagen auf dem Baumberg betreibt, zu einem informativen Gespräch.

„In den ersten zehn Jahren von 1994 bis 2004 wurden mit den beiden bestehenden Anlagen etwa 13 700 000 MWh Strom ins öffentliche Netz eingespeist. Dadurch wurde die Umwelt um ca. 14 000 Tonnen Kohlendioxid und um viele weitere Schadstoffe, wie Flugasche, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid etc. entlastet“, resümierte Prof. Köhnlein laut einer Pressemitteilung der Grünen. „Begonnen haben wir aus der Erkenntnis heraus, dass unsere jetzige, auf dem Verbrennen von fossilen Energieträgern beruhende Energieversorgung keine Zukunft hat.“ Einzig die Nutzung regenerativer Energieträger könne die Versorgung langfristig und nachhaltig sichern.

Das Repowering am jetzigen Standort biete viele Vorteile: Durch den Ersatz der beiden Anlagen durch eine könne der Ertrag um den Faktor 3 erhöht werden. Dies liege unter anderem daran, dass in größerer Höhe der Wind beständiger und kräftiger weht und dass eine höhere Anlage auch eine größere „Windauffangfläche“ habe. Dadurch könne die neue Anlage jährlich so viel elektrische Energie liefern, wie 1000 Nottulner Haushalte im Jahr verbrauchen, schreiben die Grünen in ihrer Pressemitteilung weiter. Dies erspare der Gesellschaft innerhalb der Gesamtlebensdauer der Anlage nicht nur den CO2-Ausstoß, der dem beim Verbrennen von etwa 90 000 Tonnen Braunkohle entspreche, sondern auch eine Menge indirekter Kosten, die bei der Nutzung fossiler Energieträger entstünden.

Für die Gemeinde, auf deren Gebiet die Anlage steht, werde ein hoher fünfstelliger Betrag jährlich an Gewerbesteuer anfallen, bestätigte Köhnlein auf Nachfrage der Grünen. „Auch das ist ein guter Grund für die Grünen den Bürgermeister dabei zu unterstützen, sich für das Repowering auf dem Baumberg einzusetzen“, erklärte Ortsverbandssprecher Stephan Hofacker. „Damit wird deutlich: Regenerative Energieerzeugung ist auch ein wirtschaftlicher Gewinn.“

„Auch alle Anwohner sind eingeladen, sich an dem Projekt finanziell zu beteiligen und mit zu profitieren“, erklärte Paul Lülf-Niehoff. Alle von den Gegnern vorgebrachten Argumente gegen ein höheres Windrad lassen sich nach Aussage von Prof. Köhnlein entkräften. Das neue Windrad sei zwar deutlich größer, aber dank der geringeren Rotationsgeschwindigkeit auch merklich leiser. Zudem sei es bei den neuen Anlagen möglich, diese bei störendem Schattenwurf im Sommer zeitweilig abzuschalten. Auch würden Flora und Fauna nachweislich nicht negativ beeinflusst.

Ob nun der Longinusturm oder das neue Windrad der Anziehungspunkt der Baumberge sei, hänge vom Geschmack des Einzelnen ab. Fest stehe aber: Der Longinusturm könne keinen umweltfreundlichen Strom liefern. „Daher werden die Grünen alle Aktivitäten unterstützen, die das Repowering auf dem Baumberg möglich machen helfen“, so Fraktionsvorsitzender Moritz Hegemann.

 
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