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Westfälische Nachrichten, 20. Januar 2010

Baumberge: Repowering in der Diskussion

Nottuln - „Ihr Vortrag hat uns einen guten Einstieg in die aktuelle Diskussion ermöglicht. Wir werden ergebnisoffen weitere Fakten sammeln, um dann in eine Bewertung einzusteigen“, bedankte sich CDU-Fraktionsvorsitzender Hartmut Rulle bei Prof. Dr. Wolfgang Köhnlein.

Köhnlein stellte am Montagabend in der CDU-Fraktion zusammen mit seinen Kollegen von der Windkraftanlagen Baumberge GmbH das Repowering-Konzept des Unternehmens vor. Wie berichtet, plant die Gesellschaft, auf dem Baumberg die beiden vorhandenen Windräder durch eine, dafür aber deutlich größere Anlage zu ersetzen.

Vor diesem Hintergrund verdeutlichte Prof. Köhnlein die Notwendigkeit erneuerbarer  Energien. Hierzu, so heißt es in einer Pressemitteilung der CDU, erntete er  die uneingeschränkte Zustimmung der CDU-Fraktion, aus deren Reihen auf den wenig ermutigenden Klimagipfel in Kopenhagen hingewiesen wurde. Umso mehr sei jetzt Handeln vor Ort angesagt.

Das neue Windrad soll die heutigen zwei Anlagen neben dem Longinusturm ersetzen. Dieser Standort befindet sich jedoch nicht in einem Windvorranggebiet. „Wir müssten zur Realisierung der geplanten Anlage eine Ausnahmegenehmigung zum bestehenden Regionalplan beantragen“, räumte Prof. Köhnlein rechtliche Bedenken ein. Im jetzigen Rechtszustand sei die vorgesehene Anlage nicht genehmigungsfähig.

Kurzfristig waren einige direkt betroffene Nachbarn vom Baumberg zu der öffentlichen CDU-Sitzung gekommen, um ihre Bedenken vorzutragen. So wurden der Schattenwurf der neu projektierten Windkraftanlage und die Geräuschentwicklung angesprochen. Ebenso kam die Höhe des Windrades im Blick auf die Fernwirkung für den Höhenkamm der Baumberge zur Sprache. Die Nabenhöhe des Windrads beträgt rund 130 Meter, die Gesamthöhe mit Rotorblättern rund 180 Meter. Das entspricht der Höhe des WDR-Sendemastes, der ebenfalls rund 180 Meter hoch ist - und nicht 130 Meter, wie irrtümlich berichtet. Auch die Umweltverträglichkeit einer solchen Anlage auf Tier- und Pflanzenwelt wurde in Frage gestellt.

Besonderes Unverständnis äußerten die Anwohner gegenüber der Betreibergesellschaft, da sie erst aus der Presse von deren Planungen erfahren hätten. Auf Vermittlung der CDU wird es nun einen direkten Dialog zwischen der Betreibergesellschaft und der Nachbarschaft Baumberge geben, um mögliche Bedenken und Sorgen ausräumen zu können.

Weiter regte die CDU eine Computersimulation an, um die Außenwirkung dieses im Wortsinne „Leuchtturm-Projektes“ im Landschaftsbild fassbar zu machen. Hierzu erklärte Prof. Köhnlein, dass eine Anlage in der geplanten Größe weit und breit nicht zu finden sei. Dazu müsse man derzeit bis nach Emden fahren.

Neben diesen sehr kritischen Nachfragen konnten die CDU-Ratsmitglieder jedoch auch einige positive Aspekte beleuchten: So soll die neue Anlage statt bislang 1,3 Mio. KWh gleich bis zu 6 Mio. KWh Energie produzieren. Die Effizienz werde auf 50 Prozent verdoppelt und der Schattenwurf ließe sich durch eine erhebliche Verminderung der Umdrehungszahl reduzieren.

Hartmut Rulle schloss die Sitzung mit den Worten: „Die CDU wird die unterschiedlichen Facetten des Themas weiter beleuchten. Hier liegt uns insbesondere der Dialog mit Bürgern und Nachbarn der geplanten Anlage am Herzen. Wir sind froh, hier heute erste Gespräche zwischen Betreibergesellschaft und Nachbarn auf den Weg gebracht zu haben.“

 
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