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Westfälische Nachrichten - 21. September 2007

Fotovoltaik: Bürger sind eingeladen
Bürgerinformation am 1. Oktober und öffentliche Sitzungen am 1. und 4. Oktober

Nottuln/Appelhülsen. In seinen Sitzungen am 19. Juni und 4. September wurden der Haupt- und Finanzausschuss und der Rat der Gemeinde Nottuln von Bürgermeister Peter Amadeus Schneider und Beigeordnetem Klaus Fallberg über die Überlegungen der Gemeindeverwaltung informiert, auf den nicht als Wohnbaugrundstücken zu verwertenden Flächen in Appelhülsen eine großflächige Fotovoltaik-Anlage zu errichten. Die umfangreichen Recherchen der Gemeindeverwaltung haben mittlerweile ergeben, dass sich für dieses Projekt eine Fläche außerhalb der geschlossenen Ortschaft eignen würde, nämlich ein Teilstück der sogenannten Lankers-Fläche. „Diese Fläche hätte unter anderem den Vorteil, dass die nächste Wohnbebauung rund 250 Meter entfernt wäre“, schreibt die Verwaltung in einer Pressemitteilung. Auf dieser Fläche von rund 7 Hektar, die eingerahmt wird von der Bundesautobahn A43 und der Landstraße L551 (Richtung Bösensell), könnte eine Anlage mit einer Nennleistung von circa 1,2 Mega-Watt errichtet werden, die Strom für rund 270 Haushalte in Appelhülsen liefern würde.

Wie zwischen den politischen Parteien im Rat und der Gemeindeverwaltung vereinbart, soll es für dieses im Münsterland bisher einmalige Vorhaben eine spezielle Bürgerinformation geben. Da umfangreiche Behördenbeteiligungen erforderlich sind, hat die Bezirksregierung Münster, die den Überlegungen zur Errichtung einer Fotovoltaik-Anlage positiv gegenübersteht, die Gemeindeverwaltung gebeten, spätestens in der ersten Oktoberwoche ein Feedback zur Bürgerinfoveranstaltung zu geben und einen positiven Ratsbeschluss vorzulegen.

Aufgrund der noch andauernden Informationsbeschaffung der Verwaltung muss diese Veranstaltung leider in den Herbstferien stattfinden, heißt es in der Pressemitteilung. „Bürgermeister Schneider und die Verwaltung würden sich freuen, wenn am 1. Oktober (Montag) um 18.30 Uhr im Saal des Bürgerzentrums Schulze Frenking in Appelhülsen viele Bürgerinnen und Bürger aus Appelhülsen, aber auch Interessierte aus den Ortsteilen den Ausführungen der Verwaltung zuhören und dann in eine hoffentlich umfassende Diskussion eintreten würden.“

Im Anschluss an die Bürgerinformation findet eine kurze nicht öffentliche Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung statt. Für 20.30 Uhr ist dann eine öffentliche Sitzung desselben Ausschusses vorgesehen, der einen empfehlenden Beschluss zur Fotovoltaik-Anlage an den Rat richten soll. Der Rat wird sich am 4. Oktober (Donnerstag) um 19 Uhr, ebenfalls im Schulze Frenkings Hof, mit demselben Thema befassen und einen Beschluss zum weiteren Vorgehen fassen. Auch diese Sitzung ist öffentlich.

Sollten Interessierte keine Gelegenheit haben, an den Veranstaltungen teilzunehmen, so ist die Verwaltung gerne bereit, nach Terminabstimmung unter 0 25 02/ 9 42-1 01 Antwort auf alle Fragen zu gebe.

Westfälische Nachrichten - 6. September 2007

Fotovoltaik: Viele positive Signale
Bezirksregierung unterstützt Gemeinde / Bürgerinformation und außerordentliche Ratssitzung

Appelhülsen. Nottuln könnte in Sachen Fotovoltaik im Münsterland und weit darüber hinaus eine Vorreiterrolle einnehmen. Die von der Verwaltung angestoßene Idee eines Fotovoltaik-Parks in Appelhülsen-Nord gewinnt immer mehr an Kontur. Und erfährt viel Zuspruch. Das teilten Beigeordneter Klaus Fallberg und Bürgermeister Peter Amadeus Schneider am Dienstag dem Gemeinderat mit.

In der Verwaltung ist eine Projektgruppe gegründet worden, über deren Arbeit Fallberg die Politiker informierte. Positiv seien die Gespräche mit der RWE gewesen. Die sei bereit, den Strom einer Anlage von bis zu 1200 Kilowatt-Peak (kWp) Leistung in ihr Netz einspeisen zu lassen.

Zum Vergleich: Die Anlage auf dem Dach der Wellenbad-Umkleide hat eine Leistung von 30 kWp. Pro kWp werden je nach Sonneneinstrahlung etwa 700 bis 900 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt. Die Anlage im Schwimmbad schafft also rund 25 000 kwh pro Jahr. Der 40 mal größere Fotovoltaik-Park würde danach rund 1 Mio. kwH erzeugen. Rechnet man, dass ein Vier-Personen-Haushalt etwa 4000 kWh im Jahr braucht, könnten rechnerisch 250 Haushalte versorgt werden.

as die Flächen angeht, so hat sich die Projektgruppe auf die sogenannte Lankers-Fläche (im Dreieck Autobahn/Münsterstraße/Stever) konzentriert. Diese eigne sich aus geografischen Gründen sehr gut für die Errichtung einer Fotovoltaik-Anlage, erklärte Fallberg. Zurzeit nehme ein Projektentwicklungsunternehmen für die Gemeinde zwei Optionen unter die Lupe: die Nutzung der Gesamtfläche und die einer Teilfläche. Für die Teilflächen-Betrachtung liege eine erste vorsichtige Wirtschaftlichkeitsberechnung vor, erklärte Fallberg. Und die sei positiv.

Positiv seien auch die Rückmeldungen der Behörden. „Vor allem auf die Unterstützung der Bezirksregierung kann Nottuln zählen“, freute sich Fallberg. „Wir sind die erste Kommune, die ein solches Projekt umsetzen möchte. Da ist alles in positiver Alarmbereitschaft.“ Notwendig sei es aber, wegen der neuen Nutzungsperspektive für die Flächen, ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren durchzuführen. An dem muss auch der Regionalrat in Münster beteiligt werden. Dieser tagt am 10. Dezember. „Fällt dort eine positive Entscheidung, könnten wir Mitte 2008 die Anlage aufbauen“, rechnete Klaus Fallberg vor. Voraussetzung für die Durchführung des Zielabweichungsverfahrens ist das Ja des Gemeinderates.

Das heißt aber auch: Die Zeit drängt. Denn die Wirtschaftlichkeit der Anlage ist entscheidend von der Höhe der für 20 Jahre garantierten Einspeisevergütung abhängig. Diese sinkt mit jedem Jahr, das ins Land geht. Schafft die Gemeinde es nicht, das Projekt 2008 umzusetzen, rechnet sich der Aufwand möglicherweise nicht mehr. Deshalb hat sich der Rat mit Bürgermeister Schneider darauf verständigt, am 1. Oktober (Montag) eine Bürgerinformation zu veranstalten und am 4. Oktober (Donnerstag) in einer außerordentlichen Ratssitzung die Entscheidung für oder gegen das Projekt zu fällen. Beide Veranstaltungen finden im Bürgerzentrum Schulze Frenking statt.

Einen interessanten Vorschlag brachte Josef Lütkecosmann (CDU) ins Gespräch. Wenn nur eine Teilfläche für die Fotovoltaik-Anlage gebraucht würde, könnte man ja versuchen, Unternehmen dieser Branche oder Forschungseinrichtungen auf dem anderen Teil anzusiedeln. Man werde das mit der Bezirksregierung besprechen, meinte Bürgermeister Schneider. Er sei aber skeptisch, weil die Ausweisung von Gewerbeflächen außerhalb der geschlossenen Ortschaften kaum noch Chancen hat, die Gemeinde wegen des Gebietes Beisenbusch auch keinen Bedarf nachweisen kann. Man werde das aber im Auge behalten.

VON FRANK VOGEL

 
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