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Fotovoltaik: Viele positive Signale
Bezirksregierung unterstützt Gemeinde / Bürgerinformation und außerordentliche Ratssitzung
Appelhülsen. Nottuln könnte in Sachen Fotovoltaik im Münsterland und weit darüber hinaus eine Vorreiterrolle einnehmen. Die von der Verwaltung angestoßene Idee eines Fotovoltaik-Parks in Appelhülsen-Nord gewinnt immer mehr an Kontur. Und erfährt viel Zuspruch. Das teilten Beigeordneter Klaus Fallberg und Bürgermeister Peter Amadeus Schneider am Dienstag dem Gemeinderat mit.
In der Verwaltung ist eine Projektgruppe gegründet worden, über deren Arbeit Fallberg die Politiker informierte. Positiv seien die Gespräche mit der RWE gewesen. Die sei bereit, den Strom einer Anlage von bis zu 1200 Kilowatt-Peak (kWp) Leistung in ihr Netz einspeisen zu lassen.
Zum Vergleich: Die Anlage auf dem Dach der Wellenbad-Umkleide hat eine Leistung von 30 kWp. Pro kWp werden je nach Sonneneinstrahlung etwa 700 bis 900 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt. Die Anlage im Schwimmbad schafft also rund 25 000 kwh pro Jahr. Der 40 mal größere Fotovoltaik-Park würde danach rund 1 Mio. kwH erzeugen. Rechnet man, dass ein Vier-Personen-Haushalt etwa 4000 kWh im Jahr braucht, könnten rechnerisch 250 Haushalte versorgt werden.
as die Flächen angeht, so hat sich die Projektgruppe auf die sogenannte Lankers-Fläche (im Dreieck Autobahn/Münsterstraße/Stever) konzentriert. Diese eigne sich aus geografischen Gründen sehr gut für die Errichtung einer Fotovoltaik-Anlage, erklärte Fallberg. Zurzeit nehme ein Projektentwicklungsunternehmen für die Gemeinde zwei Optionen unter die Lupe: die Nutzung der Gesamtfläche und die einer Teilfläche. Für die Teilflächen-Betrachtung liege eine erste vorsichtige Wirtschaftlichkeitsberechnung vor, erklärte Fallberg. Und die sei positiv.
Positiv seien auch die Rückmeldungen der Behörden. „Vor allem auf die Unterstützung der Bezirksregierung kann Nottuln zählen“, freute sich Fallberg. „Wir sind die erste Kommune, die ein solches Projekt umsetzen möchte. Da ist alles in positiver Alarmbereitschaft.“ Notwendig sei es aber, wegen der neuen Nutzungsperspektive für die Flächen, ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren durchzuführen. An dem muss auch der Regionalrat in Münster beteiligt werden. Dieser tagt am 10. Dezember. „Fällt dort eine positive Entscheidung, könnten wir Mitte 2008 die Anlage aufbauen“, rechnete Klaus Fallberg vor. Voraussetzung für die Durchführung des Zielabweichungsverfahrens ist das Ja des Gemeinderates.
Das heißt aber auch: Die Zeit drängt. Denn die Wirtschaftlichkeit der Anlage ist entscheidend von der Höhe der für 20 Jahre garantierten Einspeisevergütung abhängig. Diese sinkt mit jedem Jahr, das ins Land geht. Schafft die Gemeinde es nicht, das Projekt 2008 umzusetzen, rechnet sich der Aufwand möglicherweise nicht mehr. Deshalb hat sich der Rat mit Bürgermeister Schneider darauf verständigt, am 1. Oktober (Montag) eine Bürgerinformation zu veranstalten und am 4. Oktober (Donnerstag) in einer außerordentlichen Ratssitzung die Entscheidung für oder gegen das Projekt zu fällen. Beide Veranstaltungen finden im Bürgerzentrum Schulze Frenking statt.
Einen interessanten Vorschlag brachte Josef Lütkecosmann (CDU) ins Gespräch. Wenn nur eine Teilfläche für die Fotovoltaik-Anlage gebraucht würde, könnte man ja versuchen, Unternehmen dieser Branche oder Forschungseinrichtungen auf dem anderen Teil anzusiedeln. Man werde das mit der Bezirksregierung besprechen, meinte Bürgermeister Schneider. Er sei aber skeptisch, weil die Ausweisung von Gewerbeflächen außerhalb der geschlossenen Ortschaften kaum noch Chancen hat, die Gemeinde wegen des Gebietes Beisenbusch auch keinen Bedarf nachweisen kann. Man werde das aber im Auge behalten.
VON FRANK VOGEL |