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22. Juni 2007, Westfälische Nachrichten

Der Sonne entgegen?
Verwaltung schlägt die Einrichtung eines Fotovoltaik-Parks in Appelhülsen vor

-fv- Nottuln. Was tun mit den Flächen in Appelhülsen-Nord? Die Verwaltung hat eine Idee: einen Fotovoltaik-Park bauen. "Die Perspektive ist so attraktiv, dass die Untersuchungen zügig weitergeführt werden müssen", fasste Bürgermeister Peter Amadeus Schneider am Mittwoch im Rat zusammen., Und der gab ihm Grünes Licht. Nicht ohne allerdings die Verwaltung aufzufordern, auch noch alternative Lösungen zu suchen.

Auszuschließen sei die Alternative, die Flächen zu einem Gewerbegebiet umzuwandeln, hatte Schneider sienen Vortrag eröffnet. Nach dem Ja zur Erschließung des Gewerbegebietes Beisenbusch und der erkennbaren Tendenz, dass es in NRW zu viele Gewerbeflä chen gibt, sei diiese Option chancenlos. Die Verwaltung habe deshalb nach anderen Perspektiven gesucht und schlage "als denkbare Variante" einen Fotovoltaik-Park vor. Damit könnte das Grünland aufgewertet werden, sei ein finanzieller Ertrag möglich, könnte die Gemeinde einen für ihre Größe beachtlichen Beitrag zur CO2-Minderug leisten und gewönne einen positiven Image-Faktor.

Die zur Verfügung stehenden Flächen (einschließlich Lankers-Flächen und Lärmschutzwall) addieren sich auf 260.000 Quadratmeter. Das lässt eine Jahresleistung von rund 4,7 Millionen Kilowattstunden erwarten. Damit können 1180 Haushalte mit Strom versorgt werden. Das seien vorsichtig geschätzte und belastbare Zahlen, erklärte Schneider.

Die Investitionen belaufen sich auf rund 19,4 Mio. Euro., Für Zins und Tilgung fallen 1,4 Mio. Euro im Jahr an (Vollfinänzierung ohne Eigenanteil bei einem Zinssatz von 4 Prozent), für Wartung, Versicherung und Instandhaltung jährlich weitere 135.000 Euro. Demgegenüber stehen Erträge von rund 1,7 Mio. Euro im Jahr. Fazit: Wenn alles gut läuft, ist ein kleiner Ertrag zu erwirtschaften.

Das hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab. So bekommt die Gemeinde für die Einspeisung des erzeugten Stroms ins Netz eine auf 20 Jahre garantierte Vergütung. Die liegt für 2008 voraussichtlich bei 35,49 Cent je Kilowattstunde auf den Flächen beziehungsweise 44,09 Cent im Bereich des Lärmschutzwalls. Diese Sätze seien aber noch nicht bestätigt, erklärte Schneider. Und: Sie sinken mit jedem Jahr, das verstreicht um 6,5 Prozent. Also: Wenn die Gemeinde nicht schnell reagiere, rechne sich das Projekt nicht mehr.

Um Fördermittel zu bekommen, müssen die Flächen als landwirtschaftliche Flächen ausgewiesen werden (das ist der Fall) und bilanziell auf den Wert von landwirtschaftlichen Flächen abgewertet worden. Fördermittel sind angesichts der Kassenlage auch dringend nötig, denn eine Eigepkapitalquote von 20 bis 25 Prozent, die bei privaten Investoren verlangt wird, könnte die Gemeinde nicht aufbringen. Hier muss geprüft werden, welche Möglichkeiten es gibt. Auch muss der Bebauungsplan in Teilen geändert werden, Gespräche hierzu seien bisher noch nicht geführt worden.

Und dann ist da noch der Energieversorger RWE. Der muss zustimmen, dass sein Stromnetz mitgenutzt werden kann. Stellt die RWE sich quer und verzögert durch einen Rechtsstreit den Starttermin, ist das Projekt gestorben. Dasselbe gilt für Anlieger, die wegen möglicher Beeinträchtigungen prozessieren könnten.

Deshalb will die Verwaltung so schnell wie möglich eine Anliegerversammlung einberufen, um das Projekt vorzustellen.

Einen weiteren möglichen Haken gab Norbert Kummann (CDU) zu bedenken: "Wenn wir mit anderen Kommunen eine Infrastrukturgesellschaft gründen sollten, müssen wir ja unseren eigenen teuren Strom abnehmen."

 
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