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19. September 2006, Westfälische Nachrichten

Durchbruch beim Beisenbusch
Regionalrat beschließt Einleitung des Änderungsverfahrens /Flächentausch

-fv- Nottuln. Das ist ein entscheidender Schritt für die Entwicklung Nottulns. Bürgermeister Peter Amadeus Schneider war hochzufrieden, als er gestern erfuhr, dass der Regionalrat in Münster dem Wunsch der Gemeinde nachgekommen ist und mit großer Mehrheit die Einleitung eines Planänderungsverfahrens beschlossen hat, das die Ausweisung eines sogenannten Gewerbe- und Industrieansiedlungsbereiches am Beisenbusch im Tausch gegen Flächen auf der anderen Straßenseite der B525 beinhaltet.
Nicht erst seit dem Gutachten von Junker, Kruse und Kahnert hatte die Gemeinde sich darum bemüht, neue Gewerbeflächen zu entwickeln. Im Auge hatte man zuletzt die auf der südwestlichen Seite der B525 (zwischen Baustoffhandel Mertens und Klinkerwerk Hagemeister) dafür ausgewiesene Flächen. Doch es gelang nicht, diese zu erwerben. Und so hatte die Gemeinde angeregt, im Tausch für diese Fläche, eine gleich große am Beisenbusch ausweisen zu lassen. Hier sind nämlich schon seit 1989 etwa 100000 Quadratmeter in Gemeindebesitz (damals hatte sich die Bezirksregierung einer Ausweisung als Gewerbegebiet verweigert). Insgesamt sind die beiden zu tauschenden Flächen jeweils rund 15 Hektar groß.
Eine sogenannte Strategische Umweltstudie, die im Juni in einem Erörterungstermin vorgestellt worden war, kam zu dem Ergebnis, dass es sich bei der geplanten Neuansiedlung eines kommunalen Gewerbegebietes im Bereich nordöstlich der B525 Beisenbusch, die im Rahmen eines Flächentausches erfolgt, um einen Eingriff handelt, der in seiner Auswirkung auf die Umwelt als gering einzustufen ist. Derzeit seien keine erheblichen Beeinträchtigungen erkennbar, die von der Errichtung des Gewerbegebietes ausgehen können, heißt es in der Beschlussvorlage für den Regionalrat. Der Beisenbusch hatte so auch den Vorzug vor untersuchten Alternativflächen bekommen.
In enger Abstimmung mit dem Gemeinderat werden wir uns jetzt darum bemühen, ein qualitativ hochwertiges Gewerbegebiet zu entwickeln, erklärte Bürgermeister Schneider.
Damit eröffnet sich auch für die Raiffeisen Steverland endlich eine Perspektive. Bekanntlich will diese ihren Standort Appelhülsen schon seit vielen Jahren auslagern. Dementsprechend erfreut zeigte sich Geschäftsführer Norbert Vormann: Die Entscheidung des Regionalrates hilft uns unheimlich weiter, jetzt können wir in konkretere Planungen einsteigen.
Doch ganz so schnell schießen die Preußen nicht. Im nächsten Jahr werden die Bagger wohl noch nicht anrücken, erklärte Ulla Lütkehermölle von der Pressestelle der Bezirksregierung. Das notwendige Änderungsverfahren für den Regionalplan (früher: Gebietsentwicklungsplan) sei umfangreich. Der Regionalrat, ungezählte Behörden und das Landesministerium in Düsseldorf müssen beteiligt werden, auch die Gemeinde Nottuln muss ihre Planungen erst entwickeln. Um das Ganze zu beschleunigen, könne man allenfalls prüfen, ob das ein oder andere parallel vorangetrieben werden könne.

Beschussvorlage (.pdf - 4.1 MB)

 
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