24. Mai 2006, Westfälische Nachrichten
Wird der Beisenbusch bald wachgeküsst?
Erörterungstermin am 6. Juni / Umweltstudie im Mittelpunkt
-luw- Nottuln. Wenn alle Behörden tatsächlich einen Vertreter schicken, hat die Zusammenkunft die Größe eines Klassentreffens. Rund 60 so genannte Träger öffentlicher Belange sind an dem von der Gemeinde Nottuln betriebenen Planänderungsverfahren für ein Gewerbegebiet Beisenbusch (Bundesstraße 525/Abzweig Schapdetten) beteiligt. Am 6. Juni (Dienstag) erwartet die Gemeinde die Vertreter der verschiedenen Behörden und Verbände zum Erörterungstermin. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die nun vorliegende Umweltstudie, die sich mit der Ökologie des Plangebietes befasst.
Die Studie ist notwendiger Bestandteil des laufenden Änderungsverfahrens für den Gebietsentwicklungsplan (GEP). Wie berichtet, hatte die Gemeinde im vergangenen Jahr bei der Bezirksregierung beantragt, dass die im GEP ausgewiesenen Gewerbeflächen auf der anderen Straßenseite zwischen Baustoffhandel Mertens und Kreisstraße 11 fallen gelassen werden. Im Gegenzug soll dafür die rund 100000 Quadratmeter große Beisenbuschfläche für die Gewerbeansiedlung berücksichtigt werden.
Für die Umweltstudie haben die Gutachter nicht nur das Beisenbusch-Objekt untersucht, sondern auch mögliche Alternativstandorte. Zum Beispiel Flächen hinter dem jetzigen Industriepark Nottuln beiderseits der geplanten Umgehungsstraße. Es läuft aber alles weiterhin auf die Beisenbusch-Planung zu, fasste Fachbereichsleiter Hermann Volkmer von der Nottulner Gemeindeverwaltung den gegenwärtigen Stand zusammen.
Wenn sich die Behörden einig sind, kann der Regionalrat die GEP-Änderung beschließen. Danach könnte die Gemeinde in ein Bebauungsplanverfahren einsteigen.
Übrigens: Die Beisenbusch-Besitzung (in alten Flurkarten noch unter dem Namen Gerdemann geführt) erwarb die Gemeinde im Februar 1989. Schon damals erfolgte der Grundstückserwerb mit dem Ziel, eine weitere Industriezone für Nottuln zu schaffen. Der Kauf der Fläche und das damit verfolgte Ziel waren mutig, focht doch die Gemeinde damals gerade einen erbitterten Kampf mit der Bezirksregierung um das heutige Gewerbe- und Industriegebiet aus. Erwin Schlehberger, damals Regierungspräsident, gab dem damaligen Nottulner Gemeindedirektor Joseph Möhlen klipp und klar zu verstehen, dass er ein Gewerbegebiet Beisenbusch auf jeden Fall verhindern werde.
Heute, rund 17 Jahre später, steht die im Dornröschenschlaf verharrende Beisenbuschfläche kurz vor dem Wachküssen. Die Gemeinde kämpft sich durch das Gestrüpp der Bürokratie.
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