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24. August 2005, Westfälische Nachrichten

Neuer Anlauf mit Rückenwind
Gemeindeverwaltung will Gewerbegebiet Beisenbusch voranbringen

 -fv- Nottuln/Appelhülsen. Seit rund 15 Jahren versucht die Raiffeisen ihren Sitz von Appelhülsen nach Nottuln zu verlegen. Darüber sind zwei Gemeindedirektoren und zwei Bürgermeister ins Rathaus ein- und drei von ihnen wieder ausgezogen. Jetzt gibt es neue Hoffnung. Bürgermeister Peter Amadeus Schneider möchte in der ersten Sitzung des Rates nach der Sommerpause im September die Politiker darum bitten, zu entscheiden, das Projekt Gewerbegebiet Beisenbusch voranzutreiben.
Eine positive Entscheidung des Rates sei, so Schneider, die Voraussetzung dafür, dass sich die Bezirksregierung mit dem Thema befasst. Einen entsprechenden Antrag haben wir dort schon eingereicht, erklärte Schneider gestern. Die Behörde wolle aber das politische Votum abwarten.
100000 Quadratmeter sind im Beisenbusch (im Bereich der B525 und der Kreisstraße 11) im Besitz der Gemeinde. Diese sollen als neue Gewerbeflächen ausgewiesen werden, weil wir sonst langfristig nichts mehr anzubieten haben, begründet Schneider. Ihm schwebt dabei ein qualifiziertes Gewerbegebiet vor. Soll heißen: Die Ansiedlungen sollen Arbeitsplätze schaffen, die Betriebe zusammenpassen und das Erscheinungsbild positiv sein. Interessenten aus der Gemeinde und von außerhalb seien auf jeden Fall da.
Einer davon ist weiterhin die Raiffeisen Steverland, wie deren Geschäftsführer Norbert Vormann betonte. Diese plant auf 10000 bis 15000 Quadratmetern einen Haus- und Gartenmarkt für den Einzelhandel, eine Tankstelle mit Shop und den landwirtschaftlichen Verkaufsbereich (vom Getreide bis zum Düngemittel). In Appelhülsen, so Vormann, sind zurzeit sieben Mitarbeiter beschäftigt. Bei der größeren Neuansiedlung am Beisenbusch würde diese Zahl mindestens verdoppelt. Es können aber auch 15 Beschäftigte mehr werden. Teilzeitjobs mitgezählt. Wenn das jetzt nichts wird, ist das Projekt für Nottuln endgültig gestorben, so Vormann.
Bürgermeister Schneider möchte möglichst viele Hebel in Bewegung setzen, um dieses Aus zu verhindern. Deshalb hatte er gestern den CDU-Bundestagskandidaten Karl Schiewerling zum Gespräch eingeladen. Mit der Bundestagsabgeordneten Dr. Angelica Schwall-Düren (SPD) und den Landtagsmitgliedern Werner Jostmeier (CDU) und Andre Stinka (SPD) seien ebenfalls Termine ausgemacht worden.
Schneider und Schiewerling waren sich einig in der Bewertung, dass die bürokratischen Hemmnisse eine Umsetzung der Wünsche von Gemeinde und Unternehmen bisher verhindert haben. Es ist ein Skandal, dass eine überholte Gesetzeslage die Entwicklung des Ortes bremst, meinte Schneider. Man erwarte nach dem Regierungswechsel in Düsseldorf jetzt aber neuen Rückenwind. Das müssen wir nutzen. Der Druck im Kessel ist riesig groß geworden, versprach Schiewerling, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für eine Entbürokratisierung einzusetzen.

 
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