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Westfälische Nachrichten, 11. Mai 2006
Sparen
für eine neue Sporthalle
Gemeinde will eine Sonderrücklage bilden / Arminia hat weiterhin
Hoffnung
-fv- Appelhülsen. "Wir sind glücklich,
dass sich jetzt etwas bewegen kann. Durch diese Entscheidung besteht die
Hoffnung, dass eine Halle zu Stande kommt." Manfred Feldmann, Vorsitzender des
Sportvereins Arminia Appelhülsen, war zufrieden. Er und viele seiner Vereinskollegen
verfolgten am Dienstagabend in Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses die
Diskussion über einen Sporthallenneubau in Appelhülsen und beklatschten
das Ergebnis: Einstimmig bei vier Enthaltungen der UBG stimmten die Fraktionen dafür,
dass Geld für den Hallenbau in den Haushalt eingestellt wird, sofern das nicht in die
Haushaltssicherung führt.
Um dieses Ziel zu erreichen hatte die SPD den Vorschlag gemacht,
außerplanmäßige oder überplanmäßige Erträge aus Immobiliengeschäften
sowie Mehrerträge aus Mitteln des Gemeindefinanzierungsgesetzes ausschließlich
für den Sporthallenneubau zurückzulegen. Mit einer Einschränkung: Wenn die Gelder
dazu benötigt worden, ein Haushaltssicherungskonzept zu vermeiden, stehen sie nicht für die Halle zur Verfügung. Mindestens 30 Prozent der benötigten
Investitionssumme soll auf diese Weise angespart worden.
Über die Finanzierung der übrigen 70 Prozent muss dann gesprochen werden. Hier gibt es über Kredite hinaus durchaus andere denkbare Möglichkeiten. Diese sollen auf Wunsch der CDU
in der kommenden Ausschusssitzung von der Verwaltung vorgestellt werden.
Helmut Walter (FDP) hatte zu Bedenken gegeben, dass die Bildung solcher Rücklagen möglicherweise
haushaltsrechtlich nicht möglich ist. Beigeordneter Klaus Fallberg
teilte aber mit, dass er ein informelles Gespräch mit dem Kreis als zuständiger
Aufsichtsbehörde geführt habe. Darin sei sehr positiv zur Kenntnis genommen worden, dass
die Gemeinde sich ein freiwilliges Konsolidierungskonzept auferlegt hat. Vor dem Hintergrund solchen offensichtlichen
Sparwillens werde man "wohlwollend prüfen", ob eine solche Rücklageform zugelassen
wird. "Schriftlich habe ich diese Zusage nicht, aber die Chance ist da", erklärte Fallberg.
Dieser Hinweis erleichterte am Dienstag die Einigung der Fraktionen im Hauptausschuss. Außerdem war hilfreich, dass die Grünen den SPD-Antrag gestrafft hatten. "Damit können wir uns besser anfreunden", erklärte
Josef Lütkecosmann für die CDU.
Entscheidend war aber, dass die Politiker weitere Punkte des Antrags in
die nächste Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses verschoben. Nach der grundsätzlichen Entscheidung
sollen dort alle weiteren Fragen in Ruhe angegangen werden. So soll unter anderem auch über die
Folgekosten gesprochen werden. Der Antrag schlägt vor, die Bewirtschaftungskosten
"auf Dauer den Nutzern" zu übertragen. Das Thema Bewirtschaftungskosten
soll dann auch für die übrigen Sportstätten der Gemeinde neu diskutiert werden.
In diesem Zusammenhang, so hatte die SPD betont, müsse aber auch eine transparentere und gerechtere Darstellung der gemeindlichen Sportförderung diskutiert werden. Hierzu soll eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Vereinen
und Politik gebildet werden.
Die UBG machte am Dienstag erneut deutlich, dass sie die Haushaltskonsolidierung über alles stelle. "Wir haben dem Sportverein nie etwas versprochen", so Rolf Schulz. "Wenn wir jetzt den Ball ins Rollen bringen, ist die Frage, ob das für
den Haushalt verträglich ist." Deshalb enthalte man sich der Stimme. |