| WN, 04. September 2003
Auslagerung jetzt
noch sinnvoll?
Grünen-Antrag zum Sportzentrum Appelhülsen
-luw- Nottuln/Appelhülsen. Bündnis 90/Die Grünen in der Gemeinde Nottuln rütteln an den
bislang definierten Entwicklungszielen für den Ortsteil Appelhülsen.
Konkret geht es um die Auslagerung des Sportzentrums (Kücklingsweg).
Zur Erinnerung: Diese Auslagerung soll nach den bisherigen Zielen
der Gemeinde im Zuge der weiteren Realisierung des
Bebauungsplangebietes Nord II vollzogen werden. Als neuer Standort
des Sportzentrums ist die ehemalige Lankers-Fläche (Gebiet zwischen
Autobahn, Münsterstraße und Nord I-Bebauung) im Gespräch.
Ist diese Auslagerung jetzt noch sinnvoll und finanzierbar, fragt Grünen-Ratsherr
Richard Dammann in einem Schreiben an den Gemeinderat.
Nach Einschätzung der Grünen-Fraktion sind die ehrgeizigen
Entwicklungsziele für Appelhülsen nicht weiter aufrecht zu halten.
Nun gilt es, weiteren finanziellen Schaden möglichst zu begrenzen,
so Dammann. Je weiter die Entwicklung voranschreite, umso
schwieriger werde es, dieses festgeschriebene Entwicklungsziel
planerisch zu korrigieren.
Deshalb beantragen die Grünen für die nächste Ratssitzung
(Oktober), dass die Gemeindeverwaltung beauftragt wird, das
Planungsziel der Auslagerung des Sportzentrums Appelhülsens vor dem
Hintergrund der neuen Rahmenbedingungen zu überdenken. Konkret soll
die Gemeindeverwaltung prüfen, welche planerischen und finanziellen
Auswirkungen sich ergeben, wenn das Sportzentrum Appelhülsen am
jetzigen Standort Kücklingsweg verbleibt. |
Dieser Antrag wurde im Rat am 14.Oktober
beraten:
WN, 14. Oktober 2003
Sportzentrum
Appelhülsen: Prüfauftrag an die Verwaltung
-luw- Appelhülsen. Welche planerischen, rechtlichen und finanziellen Auswirkungen die Beibehaltung des Appelhülsener Sportzentrums am jetzigen Standort hat, wird die Gemeinde nun prüfen. Der Gemeinderat erteilte ain Dienstag der Verwaltung einstimmig einen neutralen Prüfauftrag und folgte damit im Wesentlichen einem Antrag der Grünen-Fraktion. Die hatte vor dem Hintergrund der schwierigen Grundstücksvermarktung in Appelhülsen Nord II die laut Bebauungsplan beschlossene Auslagerung des Sportzentrums in Frage gestellt. "Bevor wir da noch mehr Geld in den Sand setzen, sollten wir jetzt prüfen, ob die Beibehaltung des Sportzentrums am jetzigen Standort nicht besser für die Gemeinde ist", argumentierte Grünen-Ratsherr Richard Dammann. Jetzt habe man noch die Möglichkeit, etwas zu ändern.
Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Günter Dieker wies auf die "erheblichen
Vermarktungsprobleme" in Appelhülsen-Nord II hin. Er fände es mehr als vernünftig, über Alternativen nachzudenken, unterstützte Dieker das Anliegen der Grünen.
Dagegen erklärte Christel Scheipers, CDU-Ratsfrau ans Appelhülsen, dass die Bürger sich in der Bürgerbeteiligung mit der Platzauslagerung einverstanden erklärt hätten. Und der Appelhülsener CDU-Ratsherr Gerhard Dörndorfer betonte, dass der Bebauungsplan unter anderem deshalb genehmigt worden sei, weil der Sportplatz ausgelagert werde. Würde die Planung jetzt geändert, zöge dies Schadensersatzansprüche an die Gemeinde nach sich. "Das rückgängig zu machen, wird sehr viel teurer", betonte Dörndorfer.
Die CDU-Fraktion stimmte zwar der Tendenz des Grünen Antrages, die Sportplatzauslagerung neu zu überdenken. nicht zu, unterstützte aber einen neutralen Prüfantrag an die
Verwaltung. Dies auch vor dem Hintergrund, dass es aus der Hellersiedlung ein Anliegen gibt, auf eine laut Bebauungsplan vorgesehene Straße zu verzichten, wie in der Sitzung bekannt wurde. Dieses Anliegen berührt die Grundzüge der Planung und hat möglicherweise gravierende Folgen.
Zu beiden Themen wird die Verwaltung nun die Zahlen zusammentragen. Die Ergebnisse werden aber erst im nächsten Jahr vorliegen. |
Natürlich, Frau Scheipers, Sie mögen ja
vielleicht recht haben mit der Aussage, dass die Bürger (und Bürgerinnen)
Appelhülsens auch ein ausgelagertes Stadion mögen würden; darum geht es
aber in diesem Fall überhaupt nicht.
Die Auslagerung des Sportzentrums war seinerzeit
unter der Annahme beschlossen worden, dass sich der Neubau an
einer anderen Stelle (man kann Sportanlagen leider nicht zum Nulltarif
verschieben) durch den Verkauf der Grundstücke im Baugebiet Appelhülsen II finanzieren würde.
Leider sieht die Wirklichkeit heute ganz anders aus: Das
Baugebiet bringt der Gemeinde keinen müden Euro ein; im Gegenteil, dieses
Baugebiet ist ein großes Verlustgeschäft für die Gemeinde Nottuln (s.a. Haushaltsrede zum Haushalt 2003/2004) und
das wird sich auch nicht ändern.
Stellen Sie sich doch bitte jetzt einmal vor:
In einigen Jahren werden - vielleicht, hoffentlich - alle Bauplätze in
Appelhülsen verkauft sein, wir müssen das jetzt bestehende
Sportzentrum schließen (Herr Dörndorfer hat die Gründe dafür genannt),
und die Gemeinde hat kein Geld (was voraussehbar ist), um ein neues
Sportgelände zu finanzieren? Würde es Ihnen dann nicht auch lieber
gewesen sein, wir hätten mit allen Mitteln versucht, das alte Sportzentrum
zu erhalten? |