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Westfälische Nachrichten, 12. Dezember 2007

Hochwasserschutz tut es

Appelhülsen. Als in der Nacht des Kyrill-Sturmes am 19. Januar der Regen in Mengen fiel und die Stever in Appelhülsen anschwoll, schwante den Anliegern Böses. Ist der neu eingerichtete Hochwasserschutz ausreichend, oder haben wir bald wieder die Gärten, Keller und Häuser voll? Sind die Hochwasserschutzmaßnahmen sinnvoll geplant und ausgeführt worden, oder müssen Nachbesserungen vorgenommen werden? Nein, das muss nicht geschehen, die Maßnahmen sind ausreichend. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt ein Gutachten, das die Gemeinde hat anfertigen lassen und das jetzt vorliegt.

Zurück zum 19. Januar: Anlass zur Sorge der Anwohner gab, dass das Wasser beim neu geschaffenen Abschlag in Höhe des Brulandbaches noch 50 Zentimeter hätte steigen müssen, um in die dafür vorgesehene Flutmulde und von dort aus über den Roggenbach abfließen zu können, erinnert Diplom-Ingenieur Christof Kattenbeck von den Gemeindewerken. Im Bereich vor dem Bahndurchlass war das Wasser aber bereits wieder sehr hoch gestiegen, hatte schon den Garten des untersten Grundstücks erreicht. Damals hatten Kattenbeck und Bürgermeister Peter Amadeus Schneider den Anliegern bei einem Ortstermin bereits erläutert, dass die Wasserstände nicht parallel steigen müssen. Sollte heißen: Wenn das Wasser im oberen Bereich der Stever um 50 Zentimeter steigt, muss das nicht im unteren Bereich automatisch auch so sein. Schneider und Kattenbeck versprachen gleichwohl, die Berechnungen des Ingenieurbüros Heinemann aus Münster, die Grundlage für die Hochwasserschutzmaßnahmen waren, noch einmal prüfen zu lassen.

Beauftragt wurde das Planungsbüro Hahm aus Osnabrück. „Das Büro hat ein digitales Modell von der Stever und ihrer Umgebung gemacht“, erläutert Christof Kattenbeck. Und dann ließen die Fachleute das virtuelle Wasser steigen. Alle Möglichkeiten vom einjährigen bis zum 100-jährigen Hochwasserereignis (jedes Ereignis steht für eine bestimmte Durchflusswassermenge pro Sekunde) wurden durchgespielt. Das Ergebnis: Die Zahlen des Büros Heinemann waren so vorsichtig gewählt, dass man mit einem zehnprozentigen Puffer auf der sicheren Seite lag.

Ansonsten waren die Ergebnisse, die Heinemann prognostiziert hatte, nahezu identisch mit denen, die die neue Modellrechnung erbrachte. Mehr noch: Im Fazit des Gutachtens heiße es auch, dass die Berechnungen mit den Beobachtungen vom 19. Januar übereinstimmen, erklärt Christof Kattenbeck.

Vor dem Nadelöhr Bahnunterführung lägen die flussabwärts gesehen linksseitigen Flächen (zum Park hin) tiefer als die rechtsseitigen (zur Wohnbebauung hin). Bei höheren Wasserständen werde das Wasser also dorthin abfließen.

Ein weiterer Beleg dafür, dass die Ingenieure offenbar richtig gerechnet haben, war übrigens der vergangene Freitag. Da rief der Kreis den offiziellen Hochwasseralarm aus – und, so konnte Christof Kattenbeck aus eigener Anschauung berichten: An der Stever blieb die Lage entspannt.

VON FRANK VOGEL
 
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