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Westfälische Nachrichten,  18. Februar 2011

Trio rechnet knallhart ab

Thomas Philipzen sucht eine Schulter, an die er sich anlehnen kann. Jochen Rüther hingegen ist mit den Gedanken ganz woanders.
Thomas Philipzen sucht eine Schulter, an die er sich anlehnen kann.
Jochen Rüther hingegen ist mit den Gedanken ganz woanders.
Foto: Jutta Lütkecosmann

Nottuln - Wutbürger, Diskussionen um Stuttgart 21, die Fußball-Weltmeisterschaft: Das Jahr 2010 bot dem Kabarettisten-Trio „Storno“ viel Stoff für sein Programm „Die Abrechnung“. Vor allem die Bundesregierung musste am Donnerstagabend einiges einstecken, als das Trio, bestehend aus Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther, im ausverkauften Forum des Gymnasiums zu Gast war. Zum vierten Mal folgten sie der Einladung des Nottulner Ortsvereins der Grünen.

Das Publikum erwartete zweieinhalb Stunden Anstrengung für die Lachmuskeln. Schonungslos und mit viel Ironie rechneten Funke, Philipzen und Rüther mit Politik, Kirche und Gesellschaft ab.

Der Höhepunkt war wohl die Imitation Karl-Theodor zu Guttenbergs. Als Thomas Philipzen mit gegeltem Haar und Brille die Bühne betrat und Lena Meyer-Landruths Grand-Prix-Lied „Satellite“ in „Ich bin von mir begeistert“ umdichtete, tobte der Saal.

Doch auch die Gastgeber wurden in ihrem Jubiläumsjahr 2010 nicht verschont: „Immer wenn irgendwo gebaut wurde, haben die Grünen ein Tier erfunden, das dort wohnen soll. In Stuttgart war´s der Juchtenkäfer.“

Auch musikalisch wurde den Nottulnern viel geboten: Mit schrägen Interpretationen von Chopin bis Lady Gaga illustrierte das Trio die Ereignisse des vergangenen Jahres. Vor allem der in vermeintlichem Latein vorgetragene Choral über die katholische Kirche überzeugte mit Witz und Musikalität.

Als Zugabe dann ein Beatles-Medley, gesungen von Angela Merkel (witzig: Funke mit Perücke), Karl Theodor zu Guttenberg (Philipzen) und Guido Westerwelle (Rüther als „Vuvuzela des Laberalismus“).

Das Nottulner Publikum war begeistert. Und wenn das Jahr 2011 so viel zu bieten hat wie die vergangenen zwölf Monate, war das sicher nicht die letzte „Storno-Abrechnung“ in Nottuln.

VON JUTTA LÜTKECOSMANN, NOTTULN

 
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