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Westfälische Nachrichten,  26. Januar 2009

„Als Mann hast du keine Chance“

Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther boten in Nottuln Top-Unterhaltung.
Harald Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther boten in Nottuln Top-Unterhaltung. (Foto Dieter Klein)

Nottuln - Volles Haus im Forum. Schließlich gelten die Kabarettabende der Nottulner Grünen als Gütesiegel geschliffen-frecher Unterhaltung. So fand Thomas Philipzen von der Gruppe „Storno“ mit: „Ach, Sie sind von den Grünen? Sitzen wohl etwas eng. Bei der SPD hätten Sie mehr Platz gehabt, die sind nicht mehr so viele“, gleich den richtigen Einstieg in die Herzen der Parteifreunde von Moritz Hegemann und Sigrid Bürger.

Dann drehten sie auf. Jeder sein eigenes Markenzeichen. Harald Funke, der knautschgesichtige „Dumme August“; Jochen Rüther, der scharfzüngig-elegante Satiriker; und Thomas Philipzen, grau gewandetes Multitalent. Als Trio sind sie derzeit Münsterlands erster Exportartikel in Sachen „kabarettistischen Nonsens“.

Die Politik kam natürlich nicht zu kurz: „Unglaublich, die Italiener haben gerade den Berlusconi dank perfekter Immunitätsimplantate zum dritten Mal zum Ministerpräsidenten gewählt. Ist ja auch kein Wunder. Der ist so oft geliftet, den kennt ja keiner mehr. Der muss seine Blasenentzündung schon an der Schulter auskurieren...“ Oder die Hinweise auf Bruni, der Schönheit an der Seite des „Potenzfrettchens“ Sarkozy, und auf Putin, „dessen kalter Krieg trotz der Erderwärmung funktioniert“.

Ein Thema war auch das Desaster der Banken. „Ich packe gerade ein Care-Paket für verarmte Investment-Banker.“ „Du auch. Stellt Euch vor, ich traf meinen Banker auf den Aldi-Parkplatz, wie er um Sprit für seinen Porsche Cayenne bettelte.“ „Ist ja auch logisch. Das ist alles die Schuld der Analysten. Steckt ja schon im Wort: Anal - alles fürn Arsch.“

Nicht fehlen durfte auch der Blick zurück auf die Olympischen Spiele in Peking: „2008 - das Jahr des internationalen Doping Contest in China.“ Oder: „14 Dopingfälle. Darunter vier Deutsche. Unsere Pferde. Das tut weh. Schließlich leben wir im Münsterland in einem Pferdeland. Hier, wo die Mädchen ihre Pferde geradezu erotisch betrachten, hast du als Mann gegen so einen Wallach keine Chance.“

Die Begeisterung im Forum des Gymnasiums zeigte es überdeutlich: Vom „stornierten“ Rückblick auf das Jahr 2008 konnte niemand genug bekommen.

Von DIETER KLEIN, NOTTULN

 
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