Stefan Kohaus als Sprecher des Ortsverbandes hatte zu Beginn der Versammlung ebenfalls eine positive Bilanz gezogen. Natürlich erinnerte er an das gescheiterte Appelhülsen-Nord-Projekt („Altlasten der CDU-Verwaltungsleitung“) und sprach Erfolge wie den Fotovoltaikpark oder das gemeinsame Finanzzentrum mit Havixbeck an. Kohaus: „Mit diesem Erfolg dürfen wir aber nicht stehen bleiben. Gerade im Schulbereich sehen wir einen dringenden Bedarf, das Kirchturmdenken bleiben zu lassen und offen mit Nachbarkommunen über gemeinschaftliche Konzepte zur Gestaltung der Schullandschaft zu sprechen. Der demografische Wandel wird uns in Kürze keine Wahl lassen, über alternative Schulkonzepte nachzudenken.“
Harmonisch verlief nicht nur die Kandidatenaufstellung für die Kommunalwahl, sondern auch die Vorstandswahl. Wiedergewählt wurden Stefan Kohaus (Sprecher), Rita Hegemann (Kassiererin) sowie Josef Flögel und Christof Peter-Dosch (Beisitzer). Neu in den Vorstand kam der Daruper Stephan Hofacker, der neben Kohaus ebenfalls Sprecher des Ortsverbandes ist.
Grüne nominieren Schneider
Gemeinschaftsvorschlag mit SPD und UBG ist das Ziel / Große Übereinstimmung
Nottuln - Rotes Parteibuch, grüne Seele. Bürgermeister Peter Amadeus Schneider hat es am Mittwochabend den Grünen sehr leicht gemacht. Entsprechend war das Ergebnis: Einstimmig hat der Ortsverband Schneider zum offiziellen Bürgermeisterkandidaten der Grünen gewählt. Schneider offizieller Kandidat der Grünen? Ja! Und nicht nur das: Auch UBG und SPD wollen und werden den 52-Jährigen offiziell nominieren. Was bei der letzten Wahl aufgrund der Gesetzeslage nicht möglich war, ist nun erlaubt: der Gemeinschaftsvorschlag. Mehrere Parteien können gemeinsam einen Kandidaten nominieren.
In seiner „Bewerbungsrede“ vor den ein Dutzend Anwesenden, darunter neun stimmberechtigte Mitglieder, legte Schneider klar den Schwerpunkt auf klassische grüne Umweltthemen. Als voller Erfolg stelle sich der neue Fotovoltaikpark heraus. Der Wirkungsgrad sei deutlich besser als erwartet. „Möglicherweise erzielen wir schon 2009 schwarze Zahlen“, erklärte Schneider. Appelhülsen stehe für innovative Energieerzeugung, wies der Bürgermeister auch auf den Imageerfolg hin.
Auch das Thema Windkraft gehört nach Ansicht von Schneider auf die Tagesordnung. Der Bürgermeister plädiert dafür, die in Nottuln bestehenden Windvorranggebiete für die Aufstellung von Windanlagen auszuweiten. Und nicht nur das: Schneider kann sich sogar vorstellen, dass die Gemeinde als (Mit)Investor oder (Mit)Betreiber einer Windkraftanlage auftritt. Auch ein „Repowering auf dem Baumberg“ (Austausch der zwei bestehenden Windkraftanlagen gegen eine leistungsstärkere) sieht der Bürgermeister aus Klimaschutzgründen positiv, wenngleich er einräumte: „Optisch ist das eine Katastrophe.“
Grüne Interessen vertritt der Bürgermeister auch bei den Themen Ortsentwicklung und Verkehr. Kleinere Baugebiete für den rein örtlichen Bedarf hält Schneider in Darup und Schapdetten für notwendig. Dass allerdings in Darup ein Gewerbegebiet sinnvoll wäre, könne er sich nicht vorstellen, meinte er und verwies auf die Beisenbusch-Planung.
Die Verkehrsberuhigung im Ort will der Bürgermeister weiter vorantreiben („Man muss das Autofahren so unbequem wie möglich machen“). Und zum Thema Umgehungsstraße meinte er: „Die Entlastung des Ortskerns sollte unser Anliegen sein, allerdings halte ich die jetzige Trassenführung für denkbar ungünstig. Das ist eine Katastrophe für den Ort.“ Einen Antrag an den Rat, generell auf eine Umgehungsstraße zu verzichten, würde er allerdings nicht unterstützen, erklärte Schneider. Unterstützen könne er aber die Forderung, die jetzige Trassenführung aufzugeben und nach einer neuen Lösung zu suchen.
Die Gemeindefinanzen sieht Schneider auf dem Weg der Besserung, Sparsamkeit ist dennoch notwendig. Der Haushalt 2009 werde keine Wahlkampfgeschenke enthalten, kündigte Schneider am Mittwochabend an.
Auch bei den weiteren Themen - zum Beispiel Betreuungs- und Wohnangebote für Ältere oder Ausbau der außerschulischen Weiterbildung - zeigte sich die große Schnittmenge zwischen Bürgermeister und Grünen. Das einstimmige Votum war daher keine Überraschung.
VON LUDGER WARNKE, NOTTULN