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WN, 18. Februar 2008
Super Abend mit niveauvollen Wortspielen
"Storno - Die Abrechnung" begeisterte Publikum im ausverkauften Forum

Das Kabarett-Trio „Storno“ sorgte mit herzlichen Lachern für einen vergnüglichen Abend (v. l.):
Jochen Rüther, Thomas Philipzen und Harald Funke. (Foto: Hanne Ermann)
Nottuln. Im neuen Jahr gibt es regelmäßig zahlreiche
Jahresrückblicke. Doch der Rückblick der drei Kabarettisten Harald Funke, Thomas
Philipzen und Jochen Rüther war einer der wenigen, der richtig Spaß
machte.
Die Grünen hatten zur Veranstaltung im Forum des Gymnasiums am
Samstagabend geladen und schon zu Beginn brachte Fraktionssprecher Moritz
Hegemann mit seinem Lied „Guten tun“ das Publikum zum Schmunzeln. Außerdem
stellte er beim Anblick des ausverkauften Forums fest: „So voll hatten wir es
beim Grünen-Kabarett noch nie!“
Und dann aber ging die satirische
Abrechnung los, kurzweilig präsentiert von drei sympathischen Charakteren, die
unterschiedlicher kaum sein könnten. So sprang der lebhafte Philipzen in den
verschiedensten Situationen schlaksig auf der Bühne herum, mal tanzend, mal als
Franz Müntefering im Elvis-Stil. „Fanden Sie nicht auch, 2007 war ein absolutes
Super-Jahr!“, wollte Philipzen Einigung schaffen, doch da hatten die „Kollegen“
auch noch ein zynisches Wörtchen mitzureden.
Der erfrischend arglose
Harald Funke, der bei „Ronald Pofalla“ regelmäßig eine gequälte Grimasse zog,
empfand das vergangene Jahr als das der Angela „Angie“ Merkel: „Zuerst war sie
in Grönland zum Fototermin und hat da das Klima gerettet, dann hat sie Afrikaner
gerettet, dann hat sie im Edeka die Butterpreise gerettet und dann war sie in
Texas auf der Ranch des wahnsinnigen Bush. Sie ist unsere Miss World. Unsere
Miss Universum. Unsere MissErfolg.“
Mit Hilfe von „Lach- und
Sachgeschichten“ erklärte der große, vernünftigere Jochen Rüther amüsant die
Frage: „Was ist eigentlich ein Putin?“. Und er war derjenige, der seine Kollegen
auch mal zurückholte, wenn es doch zu bissig werden sollte, wie bei Philipzens
Überlegungen zum Klimawandel: „Es gibt auch Vorteile: Das Meer kommt immer
näher, es gibt eine Strandpromenade in Nottuln und Holland ist
weg.“
Nichts ließ das Trio aus. So wurde das Weltfinanzsystem einfach in
einem Rollenspiel erklärt. „Robert hier in der ersten Reihe leiht Moritz
eintausend Euro.“ Bei der Tour de France habe es „Spritzenleistungen“ gegeben
und der französische Staatspräsident Sarkozy wurde zu einem „Potenzfrettchen“.
Den Abgang von Edmund Stoiber arbeitete das Trio musikalisch mit „No woman no
cry“ auf. Auch bei Passagen ohne Wortwitz, bei pantomimischen Darstellungen oder
einem schweigendem Funke war das Publikum begeistert, konnte herzlich lachen und
spendete viel Applaus. Es war ein Jahresrückblick mit niveauvollen Wortspielen
und nach der Zugabe waren sich wohl alle einig: Wenn 2007 vielleicht nicht für
jeden ein super Jahr war, dieser Abend war ein super Abend!
VON HANNE ERMANN |