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WN, 24. November 2007

Selbstbestimmtes Wohnen
"Bremer Stadtmusikanten" berichten über ihr Projekt in Wolbeck

Die Bremer Staedtmusikanten
Jans Maass (l.), seine Frau Rosel und Gudrun Große Ruse von der Initiativgruppe sowie
Mitbewohnerin Gisela Bohgen (v.r.) vertraten das Wohnmodell "Die Bremer
Stadtmusikanten".
Foto: Marita Strothe-Garus

str- Nottuln- Zur zweiten Veranstaltung der Themenreihe "Generationenübergreifendes Wohnen" begrüßte am
Donnerstag Christof Peter-Dosch von den Nottulner Grünen in der Alten Amtmannei rund 25 Teilnehmer. Vorgestellt wurde das alternative Wohnmodell "Die Bremer Stadtmusikanten" in Münster-Wolbeck, das 22 Wohneinheiten mit Größen zwischen 51 und 88 Quadratmetern umfasst. Von den Initiatoren waren Hans und Rosel Maass, Gudrun Große Ruse und Gisela Bohger nach Nottuln gekommen, um ihr Projekt zu erläutern. Mit dabei war auch Architekt Erwin Veenker als Vertreter des Investors Wohn+Stadtbau.

"Das Märchen von den Brememer Stadtmusikanten hat für uns etwas Visionäres ", erkläte Hans Maass. "Am Anfang
ist da nur ein alter Esel, der aus 'dem Futter getan' werden soll. Er fasst sich ein Herz und bricht in die Freiheit auf, um zum guten Schluss mit Gleichgesinnten ein zufriedenes Leben zu finden."

Hinter vielen Mitgliedern der "Stadtmusikanten" in Wolbeck liege ein erfülltes und unabhängiges Leben. Aber dann waren die Kinder ausgezogen, die Häuser zu groß, und sie mochten nicht alleine bleiben und auf fremde Hilfe angewiesen sein.

Im Juni 2002 haben deshalb die "Stadtmusikanten" einen Bürgerantrag an die Stadt Münster gestellt. Sie baten um eine Förderung ihrer Initiative, die integratives Wohnen von Menschen ab 45, die die Idee der solidarischen Nachbarschaft mittragen und -leben wollen, ermöglichen wollte. "Wir wollen uns selbst helfen, indem wir einander helfen", war ihnen wichtig.

Als Pilotprojekt wurden die "Stadtmusikanten" von der Stadt Münster unterstützt und begleitet. Gemeinsam wurde ein Grundstück ausgewählt, das von der Wohn + Stadtbau erworben wurde. Der Investor errichtete darauf sowohl öffentlich geförderte als auch frei finanzierte Wohnungen in ökologischer Bauweise, schwellenfrei und mit Aufzug erreichbar. Der erste Spatenstich fand im April 2006 statt, die ersten Bewohner zogen im Mai 2007 ein.

Die Besucher aus Wolbeck berichteten, wie sie dort ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Wohnen realisieren. Dabei helfen auch die Nahe zum Ortskern mit kurzen Fußwegen zu Kirchen, Supermärkten, Banken und Bus sowie die Verbindung zu ambulanten Pflegediensten. Das Wohnen um die Gartenanlage schaffe eine Atmosphäre zum Wohlfühlen, lasse niemanden alleine sein.

Architekt Veenker präsentierte das Projekt anhand vieler Dias von der Entstehung bis zur Fertigstellung. Die Diskussion mit der Politik und die Beteiligung der Öffentlichkeit habe das Wohnmodell in dieser Form erst möglich gemacht, ist sich Veenker sicher.

 
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