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Veranstaltungs-Rückblick Veranstaltungs-Rückblick Februar 2006, Karneval in Nottuln
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Da half auch das sportlichste Outfit nicht: Die Jecken
waren stärker als der Innendruck aus der Verwaltung.

WN, 24.Februar
Bürgermeister Schneider verdrückt eine Träne
Die Narren habe die Macht in Nottuln übernommen

Von K. Lauer

Nottuln. Der Streik im öffentlichen Dienst, der weite Teile der Bundesrepublik lähmt, hat am Donnerstag auch Nottuln erreicht. Um 12.30 Uhr empfahl Bürgermeister Peter Amadeus Schneider seinen Mitarbeitern: Wer will, kann Schluss machen. Und wer kostümiert ist, kann mit der Verwaltungsspitze in der Alten Amtmannei an einer Betriebsversammlung teilnehmen.
Diese stand ganz unter dem Motto Fußball-WM 2006. Zwei Mannschaften waren schnell gefunden, und schon spielten die Profis mit Christian Wermert im Tor gegen die Amateure. Der Würde des Hauses wegen mit einem Stoffball! Irgendwann einigte man sich auf ein 7:8. Für wen? Egal. Hauptsache, irgendwer hat gewonnen. Ein Quiz verkürzte die Zeit bis zur Rathauserstürmung.
Um 17.25 Uhr rammten sich dann die Recken der KG Nottuln mit Elferrat, KG-Präsident Wolfgang Müller, Prinz Klaus III., Prinzessin Margit III., Adjutanten und viel närrischem Fußvolk den Eingang zum Rathaus frei. Peter Amadeus Schneider, der zu dieser Stunde neben seinen beiden Stellvertretern und einigen Ratsherren sowie einer zunehmenden Zahl von Fraktionsfreunden der Blauen Partei umgeben war, rückte den Schlüssel sichtlich ungern raus. "Ich bin zwar für die Brauchtumspflege, wenn man aber seinen Beruf so liebt wie ich," verriet er in einem Exklusiv-Interview, "trifft einen der emotionale Knick, seinen Haustürschlüssel abgeben zu müssen doch sehr." Gleichzeitig verdrückte er seine Tränen in ein Tempo-Tuch.
Draußen auf der Treppe übernahmen die närrischen Tollitäten dann Schlüssel und Amtsgewalt. Die Hummelbienchen schwärmten aus. Und Schneiders Stellvertreterin Sigrid Bürger spielte unentwegt auf einem Akkordeon: "Die Karawane zieht weiter."
Das tat sie aber noch lange nicht. Denn im Rathaus lauerten die Schreibtisch-Schönen und andere kühle Blonde. Helau!

WN, 25.Februar 2006
Leserbrief
Nur ein Nottuln

Rathaussturm
Leserbrief zum Bericht "Bürgermeister Schneider verdrückt eine Träne" vom 24. Februar

"...Sigrid Bürger spielte unentwegt auf einem Akkordeon:  'Die Karawane zieht weiter.' " - So war es in der Zeitung zu lesen. Es ist wahr: Ich habe gespielt. Unentwegt. Und auf EINEM Akkordeon. Jedoch - und hier irrt die Presse - es ist durchaus möglich, auf EINEM Akkordeon VIELE Melodien zu spielen. Dies habe ich mit großer Freude getan. Denn es war wunderbar, mit anzusehen, wie Verwaltung und Rat - vertreten durch Mitglieder aller Parteien - untergehakt im gleichen Takt miteinander schunkelten, sangen und das Rathaus verteidigten.
Nächste Woche ist Aschermittwoch. Dann beginnen die Haushaltsberatungen. Ich wünsche mir sehr, dass auch hier Verwaltung und Rat an einem Strang ziehen und losgelöst von jeglicher Parteien-Profilierung miteinander diskutieren und - unentwegt - nach Lösungen suchen, um das, was Nottuln lebens- und liebenswert macht, zu verteidigen. Wir haben VIELE Stimmen. Aber nur EIN Nottuln.
Sigrid Bürger
(stv. Bürgermeisterin)

 
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